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Celle Ortsteile In tiefer Krise zur Malerei gefunden
Celle Aus der Stadt Celle Ortsteile In tiefer Krise zur Malerei gefunden
17:14 30.10.2017
Katharina Laubstein mit ihrem Werk „Strand und Gut“ im Marc Aurel Store an der Westcellertorstraße. Quelle: Oliver Knoblich
Celle

Sand, Muscheln, Federn, Rost – Katharina Laubstein verwendet für ihre großformatigen Werke am liebsten ganz natürliche Farben und Materialien. Auch auf der Leinwand von „Strand und Gut“ scheinen die Ocker-Töne sanft miteinander zu verschmelzen – hier und da unterbrochen von einer scheinbar willkürlich angeordneten Muschel, einer getrockneten Alge oder ein paar Körnern Sand.

„Mir gefällt es, wenn meine Bilder Tiefe haben, Struktur bekommen“, sagt Laubstein, die sich derzeit hauptsächlich der abstrakten Malerei widmet. Oft sind es kleine Fundstücke, welche die 39-Jährige bei ihren Spaziergängen aufliest, die ihrer Mischtechnik das gewisse Etwas geben. „Die Materialien für 'Strand und Gut' habe ich zum Beispiel während einer Reise an die Ostsee gesammelt“, erklärt die Künstlerin.

„Ich möchte, dass jedem freisteht, was er in meinen Bilder zu sehen glaubt“, betont Laubstein, die erst spät, und in einer tiefen Krise, zur Malerei gefunden hat. Sie habe eine schwere Zeit durchlebt, sich wegen Depressionen in einer Klinik behandeln lassen müssen, erzählt die Cellerin ganz offen. „Dort bin ich durch die Kunsttherapie an das Malen herangeführt worden – es hat mir geholfen, mich auszudrücken", berichtet Laubstein über ihre Erfahrungen.

Auch heute noch male sie viel, wenn ihr viel durch den Kopf gehe, sagt sie. „Dabei kann ich wunderbar abschalten. Auf der Leinwand entsteht etwas, was so vielleicht gar nicht beabsichtigt war – und das kann dann ruhig so bleiben, ich bin niemand, der im Nachhinein noch groß an seinen Werken herumbessert.“

Von Christina Matthies