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Celle Ortsteile Infoabend zum Thema "Leben mit Zuwanderung in Vorwerk" gut besucht
Celle Aus der Stadt Celle Ortsteile Infoabend zum Thema "Leben mit Zuwanderung in Vorwerk" gut besucht
17:43 20.04.2016
Zu der Veranstaltung "Leben mit Zuwanderung in Vorwerk" kamen viele Bürger, um sich bei Oberbürgermeister Dirk-Ulrich Mende, Ortsbürgermeisterin Iris Fiss sowie bei Vertretern des Stadtteilmanagements Nord und des Caritas Points Vorwerk zu informieren. Quelle: Michael Schäfer
Vorwerk

216 Flüchtlinge haben derzeit in Vorwerk ein neues Zuhause gefunden, 108 Erwachsene und 108 Kinder. „Derzeit haben wir 58 Wohnungen für die Flüchtlinge angemietet. Die meisten Flüchtlinge kommen aus dem Irak, aus Syrien und aus den Balkanländern. Letztere haben aber wenig Aussicht darauf, hier bleiben zu dürfen“, berichtet Matthias Peters, Projektmanager der Zentralen Anlaufstelle für Asylbewerber.

Fast 100 Vorwerker waren am Dienstagabend zur Informationsveranstaltung „Leben mit Zuwanderung in Vorwerk“ gekommen. Celles Oberbürgermeister Dirk-Ulrich Mende (SPD) lobte die Vorwerker für ihr Engagement und ihre freundliche Aufnahme der Flüchtlinge. „Sie haben uns eine große Last abgenommen. Völlig geräuschlos und ohne große Diskussionen haben Sie hier in Vorwerk fast 300 Flüchtlinge vor einiger Zeit aufgenommen. Durch die vielen freien Häuser und Wohnungen konnten wir sie hier dezentral unterbringen“, sagt Mende.

Ortsbürgermeisterin Iris Fiss (Unabhängige) bedankte sich bei den vielen Ehrenamtlichen, die sich um die Flüchtlinge kümmern. „Ohne Sie würden wir das alles nicht so gut hinbekommen“, so die Ortsbürgermeisterin. Etwa 50 Ehrenamtliche sind täglich im Einsatz. „Es fällt auf, dass keiner müde wird. Wer einmal diese Aufgabe angenommen hat, bleibt meist dabei“, erzählt Beatrice Doms vom Caritas Point Vorwerk, die den Einsatz der Ehrenamtlichen koordiniert.

Malgorzata Wrotecki kümmert sich beim Caritas Point um Flüchtlingshilfe und berichtet, dass die Angebote in Vorwerk gut angenommen werden. Die Deutschkurse seien besonders gefragt, auch die allgemeine Lebensberatung und die Fahrradausgabe seien unter den Flüchtlingen beliebt. „Weitere, gut erhaltene Fahrräder werden gebraucht und können beim Caritas Point Vorwerk gerne abgegeben werden“, sagt Doms. Auch Praktikumsplätze werden für die Flüchtlinge gesucht.

„Viele der Flüchtlinge wollen arbeiten und hier in Frieden leben. Sie sind froh über jedes Angebot und sich nicht zu schade auch für einfache Tätigkeiten. Wir wollen ihnen eine gute Qualifizierung geben, damit sie so schnell wie möglich auf den Arbeitsmarkt kommen“, sagt Mende.

Aus dem Publikum kam die Frage, ob die Flüchtlinge, die jetzt in Vorwerk untergebracht seien, auch länger blieben. Mende erklärte, dass der Großteil zumindest eine Duldung bekommen würde und demnach auch länger bleibe. Von Braunschweig bekomme Celle viele Familien mit Kindern zugewiesen. An der Grundschule Vorwerk gibt es Sprachlernklassen, bei denen die Flüchtlingskinder zunächst die Grundlagen der deutschen Sprache lernen und anschließend in die normale Schulklasse integriert werden.

Einzelne Bürger aus dem Publikum gaben den Verantwortlichen auch Anregungen mit. Eine Frau sagte, dass viele jugendliche Flüchtlinge sich vermehrt auf dem Spielplatz für die Kinder treffen. „Die Jugendlichen brauchen unbedingt einen Bolzplatz, wo sie sich aufhalten können zum Treffen und Spielen“, betonte eine Bürgerin. Auch einen Zebrastreifen an der Mummenhofstraße, wo viele Flüchtlingsfamilien mit Kindern über die Straße laufen, regte sie an.

Von Jessica Poszwa