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Celle Ortsteile Inklusion: Schulen kooperieren bei AGs
Celle Aus der Stadt Celle Ortsteile Inklusion: Schulen kooperieren bei AGs
14:52 24.04.2013
Von Oliver Gatz
Kerstin Carstensen, Leiterin der Pestalozzischule. Quelle: Oliver Gatz
Heese

Inklusion wird an der Oberschule Celle I schon jetzt praktiziert. An der Lehrstätte, die aus der Realschule Auf der Heese und der Hauptschule Neustadt entstanden ist, gibt es bereits drei Integrationsklassen, in denen behinderte und nicht-behinderte Schüler gemeinsam unterrichtet werden. Zudem haben die Regel-Klassen der Jahrgangsstufe fünf einige beeinträchtigte Kinder aufgenommen. Insgesamt sind unter den 720 Schülern etwa 40 mit Förderbedarf.

Um die Verzahnung mit den Förderschulen zu intensivieren, hat die Oberschule jetzt mit der nahegelegenen Pestalozzischule einen Kooperationsvertrag geschlossen. Ziel ist es, dass sich die Nachmittags-AGs beider Lehrstätten den Schülern öffnen. „Bei den AGs treffen wir eine Auswahl", erläutert Kerstin Carstensen, Leiterin der Pestalozzischule mit dem Schwerpunkt Lernen. Als geeignete Beispiele nennt sie sportliche und musikalische Angebote, Hauswirtschaft oder das Afrika-Projekt.

Noch ist die Resonanz verhalten. „Man muss Geduld haben. Das muss wachsen", fügt Manfred Busch, Leiter der Oberschule Celle I, hinzu. Problematisch sei, dass die Realschule bis zur Umwandlung in die Oberschule keine Ganztagsschule gewesen sei. Bei einigen Schülern fehle die Bereitschaft, an einer Arbeitsgemeinschaft am späteren Nachmittag teilzunehmen.

Die Kooperation mit der Pestalozzischule soll mit Blick auf den Start der Inklusion weiter ausgebaut werden. Im Fokus stehen dabei Mangelfächer wie Musik, Religion, Sprachen und Naturwissenschaften. Hier werden händeringend Lehrer gesucht. Von gemeinsamen Klassen würden deshalb beide Schulen profitieren. Und auch von der räumlichen Nähe. Die Schüler können die jeweils andere Lehrstätte problemlos zu Fuß erreichen.

Eine Verbindung besteht auch zur Paul-Klee-Schule in Vorwerk mit dem Schwerpunkt Geistige Entwicklung. Auch hier soll die Zusammenarbeit per Vertrag gestärkt werden. „Bislang ist die räumliche Trennung noch etwas schwierig", sagt Busch. Die Schülerbeförderung müsse geklärt sein. Allerdings soll die Förderschule mittelfristig an der Wittestraße neu gebaut werden – nicht weit weg von der Oberschule in der Heese.

Derzeit beraten zwei Sonderpädagogen der Paul-Klee-Schule und einer der Pestalozzischule stundenweise die Lehrer der Oberschule. Wie groß diese Unterstützung beim Start der Inklusion sein wird, ist noch offen. „Es wird Zeit, dass wir Planungssicherheit bekommen", fordert Busch.