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Celle Ortsteile Integration auf Vormarsch
Celle Aus der Stadt Celle Ortsteile Integration auf Vormarsch
17:20 08.08.2010
Einschulung Integrationskinder in Integrationsklasse GS Altencelle Quelle: Peter Müller
Altencelle

Als ihr Name aufgerufen wird, springt Johanna auf, gesellt sich zu ihren Klassenkameraden und schon geht es los in den ersten Schultag. Viele Eltern haben mit ihren ABC-Schützen am Sonnabend ähnliche Szenen erlebt – für Carsten und Simone Düvel stellt die Einschulung ihrer Tochter dennoch etwas besonderes dar. Johanna ist Trägerin des Down-Syndroms und doch geht sie mit drei weiteren behinderten Kindern ab heute auf die Grundschule Altencelle.

„Es war der Elternwunsch, an unserer Schule eine integrative Klasse einzurichten“, erklärt Rektorin Wiebke Welsch-Rolf. „Schulelternrat, Gesamtkonferenz, Schulträger und auch Elternschaft haben zugestimmt und so haben wir ein Konzept dafür entwickelt.“

Für die Düvels stand eigentlich schon immer fest, dass ihre Tochter integrativ beschult werden soll. „Seit ihrer Geburt haben wir uns mit dem Thema auseinandergesetzt“, so Simone Düvel. „Vor zwei Jahren sind wir dann an die Grundschule Altencelle herangetreten und haben zum Glück offene Türen eingerannt.“ Dennoch sei es nicht leicht gewesen, die Integrationsklasse zu bekommen. „Viele Räder mussten gedreht werden. Am längsten hat die Mühle der Landesschulbehörde gemahlen“, sagt Düvel. „Da wird mit Stunden und Geld argumentiert, dabei ist integrativer Unterricht nicht teurer als Förderschule. Es ist sehr schade, dass wir Eltern so in die Offensive gehen mussten für eine Selbstverständlichkeit. Natürlich froh, dass es geklappt hat.“

Klassenlehrerin Bianca Rabenstein und Förderschulpädagogin Nadine Weber sind von dem Konzept überzeugt. „Wir planen zusammen und können differenzierter nach Lernstand aller Schüler unterrichten“, sagt Rabenstein. „Erfahrungen zeigen, dass Kinder einer I-Klasse meist besser lernen und zusätzlich sogar noch unglaublich tiefgreifende soziale Kompetenzen entwickeln.“ Umso schöner sei es, dass in Wietzenbruch, Klein Hehlen, Altencelle und Hehlentor gleich vier I-Klassen starten. Für die Düvels und auch weitere Eltern behinderter Kinder stellt das aber nur einen Etappensieg dar. Simone Düvel: „In zwei Jahren werden wir, eine weiterführende Schule für integrativen Unterricht finden müssen.“

Von Björn Schlüter