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Celle Ortsteile Jubiläumskonzert in Westerceller Christuskirche
Celle Aus der Stadt Celle Ortsteile Jubiläumskonzert in Westerceller Christuskirche
14:25 02.11.2010
Chor und Bläser bei ihrem Jubiläumskonzert in der Christuskirche Westercelle. Quelle: Rolf-Dieter Diehl
Westercelle

Rund zweihundert Gäste hatten in der Christuskirche Platz genommen, als der Cantamus-Chor unter der Leitung von Almut Höner zu Guntenhausen – begleitet von der Celler Bläsergruppe um Dietrich Ackemann – mit dem von Heinrich Schütz vertonten Psalm „Jauchzet dem Herren“ die Geburtstagsfeier eröffnete.

Auf Schütz folgte mit Chor- und Bläsersätzen von Haydn, Bach, Rheinberger, Grieg und zahlreichen anderen Komponisten aus Barock, Klassik, Romantik und Moderne ein wahrhaft bunter Melodienstrauß von weit gespannter Dynamik und expressiv aufgeladenem Gesang. Obwohl hier den sakralen Noten entsprechend zumeist sehr beherrscht gesungen wurde, bereitete die Musik mit ihrem bisweilen schwelgerischen Ton geradezu sinnlichen Genuss. Der Chor bemühte sich um die kleineren Werke genauso detailverliebt wie um die kompositorischen Flaggschiffe von Haydn und Bach mit ihren langen Spannungsbögen. Mit einem hohen Maß an Gestaltungsvermögen wurden die dynamischen Schattierungen ausgereizt, man sang mit Verve und Beweglichkeit. Da lagen kraftvoller Ausdruck, Besinnlichkeit und festlicher Klang ganz dicht beieinander. Nur die eingestreuten Gospels klangen bei aller musikantischen Leidenschaft am Ende zu brav. Da fehlte den Stimmen einfach das charakteristische emotionale Feuer.

Die Bläsergruppe nahm ihre begleitende Funktion mit sehr viel Tiefgang wahr und präsentierte in ihren solistisch dargebotenen Sätzen Musik, die ins Ohr ging und aufatmen ließ. Die strahlende Schönheit der Trompeten und der satte Klang der Posaunen wurden zu chorischem Wohllaut vereint. Da wurden die Klangbilder in ihrer ganzen Prachtentfaltung, den reichen Schattierungen und den beachtenswerten Zwischentönen sinnfällig lebendig. Verbunden mit einer höchst ausgefeilten Phrasierung und dem beschwingten Puls lebendigen Atmens entstand eine innere Strahlkraft, die jedem Schmetter-Forte vorzuziehen ist.

Mit geistlichen Abendliedern, bei denen das begeisterte Publikum ergriffen und mit viel Herzblut einstimmte, ging das zwischen tiefer Andacht und frohlockendem Enthusiasmus changierende Festkonzert würdevoll zu Ende.

Von Rolf-Dieter Diehl