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Celle Ortsteile Jugendhilfe: Stadt würde 2,8 Millionen Euro sparen
Celle Aus der Stadt Celle Ortsteile Jugendhilfe: Stadt würde 2,8 Millionen Euro sparen
16:15 27.11.2017
Von Gunther Meinrenken
Celle

Celles Oberbürgermeister wies zunächst auf die schlechte Haushaltslage hin, die die Stadt jeglicher Gestaltungsspielräume beraubt hätte. Diese wieder zu erlangen, sei ein Aspekt, vor dem man die Abgabe der Jugendhilfe verstehen müsse. "Insgesamt wird der Haushalt jährlich um etwa 2,8 Millionen Euro entlastet. Wir machen das, um uns zukunftsfähig aufzustellen und in andere Bereiche investieren zu können", so Nigge, der in diesem Zusammenhang Schulen, Kitas und den Sport nannte.

Auch nach der Übertragung der Aufgaben blieben freiwillige Angebote der Jugendarbeit bei der Stadt. Dazu gehören zum Beispiel „Haus 7“ der CD-Kaserne wie auch andere Jugendangebote und der Ferienpass. "Die Kindertagesstätten bleiben ebenso wie die Angebote der Stadtteilmanagements unter städtischer Regie, um größtmöglichen Gestaltungsspielraum für die Stadt zu bewahren", meinte Nigge. Dies gelte vorbehaltlich der Entwicklung des Haushalts. Die Stadt könne zum jetzigen Zeitpunkt nicht ausschließen, dass sie später aus finanziellen Gründen zu strukturellen Veränderungen auch in den verbleibenden Bereichen gezwungen sein könnte.

Nigge kam auch auf das immer wieder "im Raum schwebende" Vorurteil von Gegnern einer Übertragung der Jugendhilfe zu sprechen, wonach die Mitarbeiter des Landkreises keine so gute Arbeit machen würden wie die in der Stadt. Eine solche Unterstellung sei "traurig", so der Oberbürgermeister. Nigge betonte, dass den etwa 50 betroffenen Mitarbeitern, die zum Landkreis wechseln, keine persönlichen Nachteile in ihrem Arbeitsumfeld entstehen sollen.

Und Susanne McDowell, kommissarische Leiterin des Sozialdezernats, ergänzte: „Einen Ausschlag gaben für uns auch Anregungen der Polizei und aus der Ärzteschaft, die sich eine Zusammenlegung der Jugendämter und damit einheitliche Zuständigkeiten wünschen. So lassen sich Reibungsverluste und Doppelarbeit künftig ersparen“.

Landrat Wiswe rechnet zwar mit Mehrbelastungen für den Haushalt, aber auch mit Synergieeffekten und Effizienzgewinnen, etwa bei der Vermeidung von doppelten Bereitschaftsdiensten. "Für den Steuerzahler wird es günstiger, ohne dass die Qualität leidet", so Wiswe. Genaue Zahlen über die finanziellen Auswirkungen beim Landkreis lägen aber derzeit noch nicht vor. "Eine Erhöhung der Kreisumlage ist derzeit nicht geplant", erklärte der Landrat.

Wo die zusätzlichen 50 Mitarbeiter untergebracht werden sollen, stehe noch nicht fest. "Der Kreis wartet jetzt zunächst darauf, was die Stadt entscheidet. Erst dann macht es Sinn, sich mit diesen Fragen näher zu beschäftigen. Es gibt eine Reihe von Optionen, die aber erst geprüft werden müssen. Eine ist zum Beispiel tatsächlich, bei der Stadt freiwerdende Räume anzumieten. Das 'neue' Jugendamt sollte aber gemeinsam untergebracht werden, also nicht an getrennten Standorten."

Während beim Landkreis als originärem Träger der Jugendhilfe keine Beschlüsse der Politik notwendig sind, wird sich in Celle am Donnerstag, 30. November, 17 Uhr, Alte Exerzierhalle, zunächst der Jugendhilfeausschuss mit dem Thema beschäftigen, am 6. Dezember dann der Finanzausschuss und am 12. Dezember der Verwaltungsausschuss. Die endgültige Entscheidung soll am 14. Dezember im Celler Rat fallen.