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Celle Ortsteile Junge Fahrer sind Risikofaktoren am Steuer
Celle Aus der Stadt Celle Ortsteile Junge Fahrer sind Risikofaktoren am Steuer
17:46 15.03.2012
Von Christoph Zimmer
Celle

Sie waren nicht nur häufig darin verwickelt, sie sorgten auch für besonders schwere Unfälle. "Die jungen Fahrer sind die Hautrisikogruppe unter den Verkehrsteilnehmern", sagt Joachim Ehlers, der Verkehrssicherheitsberater der Polizeiinspektion Celle. Nach den Angaben des statistischen Bundesamtes gehört ungefähr jeder fünfte Verkehrstote dieser Altersgruppe an - bei einem Bevölkerungsanteil von nur 8,3 Prozent. Statistiker haben außerdem gerechnet, dass alle acht Stunden ein Fahrer in dieser Altersgruppe tödlich verunglückt.

Für die Altersgruppe der 18 bis 24 Jahre alten Autofahrer bestehe das höchste Verkehrsunfallrisiko, sagt Ehlers. Auch in Celle. Insgesamt hat die Polizei im vergangenen Jahr 3700 Unfälle registriert - 613 davon wurden von jungen Fahrern verursacht, das sind knapp 16,6 Prozent. 2010 lag die Zahl noch bei 4093 Unfällen, 683 davon wurden von Fahranfängern verursacht, was 16,7 Prozent entspricht.

Auch wenn der Wert ganz leicht zurückgegangen ist, Kopfschmerzen bereitet er der Polizei nach wie vor. "Viele dieser jungen Menschen machen sich gar keine Gedanken, was auf sie zukommen kann, wenn sie unter Alkohol- oder Drogeneinfluss ein Fahrzeug führen", sagt Ehlers. Alkohol und Drogen gehören zu den häufigsten Unfallursachen. Selbstüberschätzung, Imponiergehabe und fehlende Fahrpraxis kämen hinzu, sagt Ehlers.

Um die Anzahl der Verkehrsunfälle in dieser Altersgruppe weiter zu reduzieren, geht die Polizei in die Schulen und klärt die Schüler der höheren Klassenstufen über die Folgen auf, die Alkohol und Drogen im Straßenverkehr haben können. Dabei werde bewusst nicht der moralische Zeigefinger erhoben, sondern die jungen Führerscheininhaber mit der Realität konfrontiert. „Informationen über die Konsequenzen einer Fahrt unter Alkohol- oder Drogeneinfluss stehen im Vordergrund", erklärt der Polizeibeamte, der eine große Betroffenheit in den Gesprächen festgestellt hat.

Außerdem werden präventive und repressive Maßnahmen stärker als bisher miteinander verknüpft. So hat die Polizeiinspektion weitere Beamte ausgebildet, die die Drogen im Straßenverkehr besser erkennen sollen. Auch die Kontrollen sollen in diesem Zusammenhang ausgeweitet werden. Die bisherigen Ergebnisse bestätigen die Erfolge dieser Maßnahme, sagt Ehlers.

Allerdings müsse man auch deutlich sagen, dass es immer wieder junge Menschen gebe, "die die Gefahren ignorieren und ihren egoistischen Spaßfaktor in den Vordergrund stellen", sagt Ehlers. Hier würden nur konsequente Kontrollen und Sanktionen wie der Entzug der Fahrerlaubnis helfen. "Für die Jugendlichen ist das eine empfindliche Strafe."