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Celle Ortsteile Kampf um beste Köpfe hat begonnen
Celle Aus der Stadt Celle Ortsteile Kampf um beste Köpfe hat begonnen
17:08 10.11.2010
Von Gunther Meinrenken
Referent Rolf Schneider Präsident Handwerkskammer Braunschweig-Lüneburg-Stade mit Ernst-Heinrich Ahrens Kreishandwerksmeister rechts Quelle: Peter Müller
Groß Hehlen

Sinkende Schülerzahlen, ein Trend zu höheren Schulabschlüssen und eine rückläufige Verbleibsquote stellen das Handwerk in den kommenden Jahren vor eine große Herausforderung. Gemeint ist „der Kampf um die Köpfe“, sprich um den Nachwuchs, bei dem die Handwerksbetriebe nicht nur miteinander, sondern auch mit anderen Wirtschaftsbereichen konkurrieren. Das Thema stand im Mittelpunkt des Vortrags von Rolf Schneider, Präsident der Handwerkskammer Braunschweig-Lüneburg-Stade, der beim Amtsträgerabend am Dienstag im Hotel Celler Tor den Blick in die Zukunft des Handwerks richtete.

Kreishandwerksmeister Ernst-Heinrich Ahrens, Vorstandsvorsitzender der Kreishandwerkerschaft Lüneburger Heide, hatte zuvor in seiner Begrüßungsrede hervorgehoben, dass das Handwerk mit einer Ausbildungsquote von über 10 Prozent „Spitze in der Wirtschaft“ sei. „29,3 Prozent aller Auszubildenden in Deutschland sind im Handwerk tätig. Das Handwerk stellt damit auch etwa 60 Prozent aller gewerblich, technischen Ausbildungsplätze zur Verfügung“, stellte Ahrens fest.

Ob dies so bleibt, wird sich in den kommenden Jahren erweisen. Schneider legte dar, dass „der Kampf um die besten Köpfe und geschicktesten Hände“ bereits begonnen habe und untermauerte dies mit Zahlen.

So verfügen derzeit 19 Prozent der Handwerksbetriebe über offene Stellen, vor einem Jahr waren es nur 11 Prozent. Nach Prognosen des niedersächsischen Kultusministeriums wird sich die Anzahl der Schulabgänger bis 2025 um 25 Prozent verringern. Zudem strebten immer mehr Schüler einen höher qualifizierten Abschluss an. „Bei den Hauptschulabsolventen ist sogar ein Rückgang um 36 Prozent zu erwarten. Das ist besonders alarmierend für das Handwerk. Denn aktuell stellen die Hauptschulabsolventen die größte Rekrutierungsgruppe für eine handwerkliche Ausbildung dar“, so Schneider.

Hinzu komme, dass „der Anteil derjenigen, die im Handwerk bleiben, in den letzten Jahren stark rückläufig war“. Alles zusammen habe auch gravierende Auswirkungen auf das Potenzial von Existenzgründern. Mögliche Folge: „Weniger Fachkräfte und weniger Gründer lassen befürchten, dass die Zahl der leistungsfähigen Betriebe auf Dauer zurückgehen wird“, legte Schneider dar, der an die Vertreter des Handwerks appellierte, gegenzusteuern: „Jeder ist ausdrücklich aufgefordert, die Bedingungen für Bildung und Ausbildung zu verbessern.“