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Celle Ortsteile "Kein Celler Geschichtsbuch kommt ohne Archiv zustande"
Celle Aus der Stadt Celle Ortsteile "Kein Celler Geschichtsbuch kommt ohne Archiv zustande"
16:21 11.01.2017
Benjamin Geier zeigte den "Communauten" im Stadtarchiv, wo sie geeignete Quellen zur Celler Geschichte finden können. Zum Stadtjubiläum und zum 500. Geburtstag der Reformation hofft Sabine Maehnert, dass sich viele Schüler auf Spurensuche begeben werden. Quelle: Alex Sorokin
Westercelle

"Einige waren schon da, um die Jubiläen vorzubereiten", sagt Maehnert. So hätten sich einige Celler mit den 20 Erstausgaben von Ernst Schulze beschäftigt, nach Schriftstücken von Karl Goedeke gesucht, Zeitungsausschnitte über Wasa durchstöbert und sich über die Reformation in Celle eingelesen. Am Dienstag, 4. April, wird dazu die neue Ausstellung in den Räumen des Stadtarchives eröffnet, die sich mit dem Reformatoren Johannes Calvin befassen wird. Später im Jahresverlauf soll es auch eine Ausstellung über Ernst Schulze geben.

"Viele wissen gar nicht, dass wir eine öffentliche Einrichtung sind und man uns ohne Anmeldung besuchen kann", betont Maehnert. Im Gegensatz zu Bibliotheken sind immer alle 25.000 Bände im Präsenzbestand verfügbar und jeder Besucher kann von einem der sechs Mitarbeiter beraten werden, wo man überall noch im Aktenmagazin gucken kann. Das äl­teste Dokument ist die Stadtgründungsurkunde von 1292 – das ist eine der 700 Urkunden. Dazu kommen mehrere tausend Karten, Pläne und Fotos aus Celle und Umgebung. Von jedem Fundstück kann eine Kopie oder ein Scan gemacht werden. "Zu Hause am Computer kann man den Besuch mit dem Findbuch gut vorbereiten", sagt Maehnert.

Im Jahr 2016 kam das Stadtarchiv auf insgesamt 200 Benutzeranträge und 700 Benutzertage, 1400 Akten wurden aus dem Magazin geholt. "Manche Celler waren zwei, drei Mal hier. Einige sitzen den ganzen Tag über hier und verschaffen sich einen Überblick", erklärt Maehnert. Viele Schüler und Studenten kommen her, um für ihre Prüfungsarbeit zu recherchieren. Vier Mal im Jahr veranstaltet das Stadtarchiv ein Seminar für angehende Heimatforscher. Einige Celler wollen mehr über ihre Vorfahren erfahren und durchsuchen das Standesamtsregister.

Wer für wissenschaftliche, schulische oder dienstliche Zwecke ins Stadtarchiv geht, muss nichts bezahlen. Vereinen bietet Maehnert an, deren Archive zu übernehmen: "Wir wollen ein umfassendes Geschichtsbild hinterlassen. Dies können wir aber nur, wenn wir aus allen Bereichen Quellen vorhalten können."

Von Dagny Rößler