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Celle Ortsteile Kochevent in Celle: Mit heimischen Produkten gekocht (mit Rezepten)
Celle Aus der Stadt Celle Ortsteile Kochevent in Celle: Mit heimischen Produkten gekocht (mit Rezepten)
20:08 19.10.2015
Bestens für das Kochevent am Welternährungstag gerüstet: Kochlaie Gerhard Meyer wurde - von der Kursleiterin Anneliese Stadie (Zweite von links) unter ihre Fittiche genommen. Quelle: Benjamin Westhoff
Groß Hehlen

GROSS HEHLEN. „An Wild trauen sich doch nur die wenigsten ran und beim Fisch kommen meistens die Fertigprodukte aus dem Supermarkt auf den Tisch“, begründete die Vorsitzende des Landfrauenvereins Celle, Anneliese Stadie, ihre Warenkorbzusammenstellung. Der Verein „Unternehmertreffen Celle“ hatte sie gebucht für ein Kochevent unter dem Motto „Wild trifft Fisch“. „Es war eine wundervolle Fügung, dass wir uns auf den 16. Oktober einigen konnten, denn das ist der Welternährungstag“, freute sich Vorstandsmitglied Sybille Eichner, nach deren Ansicht der Tag gewürdigt wird, „indem man Speisen bewusst handhabt und genießt“. Erzeugnisse aus der Region und keine Fertigerzeugnisse zu verwenden, ist allen acht Teilnehmern wichtig. Für die Kochexpertin Stadie eine Selbstverständlichkeit: „Ich mache alles selber, allein aus Kostengründen.“ Die Fonds für das Wildtöpfchen und das Fischfilet auf Gemüsejulienne (Rezepte s. unten) hat sie auf der Basis des Hirschknochens und der Fischkarkassen zubereitet, was die Landfrau als Tagesprozedur beschreibt. Suppen durften bei dem Vier-Gänge-Menü natürlich nicht fehlen: Steckrüben und Fenchel angereichert mit Pernod und Lachsstreifen standen auf dem Programm. Auch beim Dessert ging es alkoholisch zu: Ein Team durfte sich an Welfenspeise in den Farben des einstigen Herrscherhauses Weiß und Gelb versuchen, während sich die fertige Rotweinmousse nicht rot, sondern rosé präsentierte. „Ja, unter Anleitung kann ich das alles“, freute sich EDV-Techniker Gerhard Meyer, der sich als einziger als absoluter Laie beschrieb und mit dem Wildtöpfchen eine schwierige Aufgabe zugewiesen bekam. Für Boutiquenbesitzerin Ulrike Meissner stellte die Rotweinmousse eine ähnliche Hürde dar: „Nach zwei gescheiterten Versuchen zu Hause habe ich den Umgang mit Gelatine aufgegeben.“ Die Fachfrau Stadie wusste Rat: „Das Wasser zum Einweichen muss kalt sein!“ Mit dem Welternährungstag hat die Kochexpertin das Datum ihrer Schulung wie die meisten Teilnehmer nicht in Verbindung gebracht: „Ich wusste gar nicht, dass es einen Welternährungstag gibt“. Angesichts des irreführenden Begriffes, der dem Anliegen, auf den Hunger in der Welt aufmerksam zu machen, überhaupt nicht gerecht wird, ist die Speicherung dieses Datums sicher auch nicht unbedingt notwendig.

Von Anke Schlicht