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Celle Ortsteile Kolumbarium auf Waldfriedhof
Celle Aus der Stadt Celle Ortsteile Kolumbarium auf Waldfriedhof
16:28 18.03.2012
Von Christoph Zimmer
neues bestattungsangebot Quelle: nicht zugewiesen
Celle

Eine neue Bestattungsmöglichkeit in Celle bietet das Kolumbarium, das vor kurzem in Form eines alten bäuerlichen Schauers auf dem Waldfriedhof in Wietzenbruch errichtet wurde. Hier sollen künftig Urnen aufbewahrt werden. Damit will die Stadt einerseits auf den steigenden Bedarf an Urnengräbern reagieren, andererseits den Bedürfnissen an eine moderne Bestattungskultur und eine individuelle Trauerarbeit gerecht werden. Das Kolumbarium sei „eine weitere kostengünstige, pflegeleichte und dennoch individuelle Urnengrabstätte“, sagt Stadtsprecher Wolfgang Fischer.

Anders als bei anonymen Bestattungen finden die Hinterbliebenen hier einen Anlaufpunkt für ihre Trauer. „Einen sicheren Ort, an dem sie zu jeder Zeit Ruhe und Frieden für die eigenen Erinnerungen erfahren“, sagt Fischer. Das Kolumbarium biete für Menschen mit und ohne Konfession eine würdige letzte Ruhestätte.

Der Bauerngarten, eine seit 2009 auf dem Waldfriedhof bestehende Bestattungsmöglichkeit, „wird von den Hinterbliebenen gut angenommen“, sagt Fischer. Der erste Abschnitt mit knapp 145 Bestattungsplätzen sei fast vollständig belegt. Mittlerweile wurde die Fläche um 85 Grabstätten und ein Kolumbarium erweitert. Es bietet 68 Familien die Möglichkeit, die Asche ihrer Verstorbenen dort oberirdisch in Wandnischen einzustellen. Wie in einer klassischen Wahlgrabstätte finden auch hier bis zu vier Urnen einer Familie gleichzeitig Platz. Die Nischen werden mit einer Sandsteinplatte unzugänglich verschlossen. Wer es wünscht, kann diese Verschlussplatte durch einen Steinmetzbetrieb beschriften lassen, die Ruhezeit beläuft sich auf 20 Jahre. Nach Ablauf der Ruhefrist werden die Urnen aus den Nischen dauerhaft auf dem Waldriedhof im Erdreich beigesetzt.

Kolumbarien sind übereinander angebrachte Nischen für Graburnen. Die Bezeichnung kommt vom lateinischen Wort columbarium, das Taubenschlag bedeutet. Wegen der optischen Ähnlichkeit wurden dann auch altrömische Grabkammern mit reihenweise übereinander angebrachten Nischen so benannt. In Deutschland begann sich diese Beisetzungsart mit der Einführung der Feuerbestattung ab 1879 zu etablieren. Heute bezeichnet man als Kolumbarium ein Gebäude oder Gewölbe, das der Aufbewahrung von Urnen dient und einem Friedhof angegliedert ist.