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Celle Ortsteile Konflikt in Celler Geothermie-Siedlung spitzt sich zu
Celle Aus der Stadt Celle Ortsteile Konflikt in Celler Geothermie-Siedlung spitzt sich zu
17:45 02.06.2017
Von Gunther Meinrenken
Die Bewohner der Geothermie-Siedlung und andere Bürger Klein Hehlens sind entsetzt darüber, in welchem Zustand der Besitzer, die Deutsche Geothermische Immobilien AG (DGI) das Areal belässt. Quelle: Oliver Knoblich
Celle

KLEIN HEHLEN. Etwa 30 Zuhörer, zum großen Teil Mieter der DGI, waren zur Sitzung erschienen, um zu hören, welche rechtlichen Möglichkeiten man habe, um Trautsch dazu zu bewegen, in der Siedlung endlich für "Klarschiff" zu sorgen. Seit dem Baumkahlschlag kurz vor Weihnachten vergangenen Jahres gleiche das Erscheinungsbild vor Ort einer Kraterlandschaft, außerdem, so bemängelte Ortsbürgermeister Klaus Didschies (CDU), würden unter anderem hochstehende Gehwegplatten oder Zaunreste mit Nägeln eine Gefahr für die Bewohner darstellen.

Ortsratsmitglied Christian Ceyp (CDU) hatte beantragt, dass die Stadt insbesondere die Möglichkeit darlegen solle, mit einer Gestaltungssatzung für die Siedlung Trautsch dazu zu zwingen, die Mängel zu beseitigen. Die Antwort, die Oliver Siol von der städtischen Stadtentwicklungsplanung gab, stellte niemandem im Saal zufrieden. "Eine Gestaltungssatzung wird so nicht funktionieren, weil man den Eigentümer mitnehmen muss", sagte Siol. Außerdem könne eine solche Satzung lange vor Gericht beklagt werden. Und die Bauaufsicht könne erst einschreiten, wenn Gefahr im Verzuge sei oder eine Gesundheitsgefährdung vorliege.

Siol berichtete, dass Jens Hanssen, Fachdienstleiter des Grün-, Straßen- und Friedhofsbetriebs erst vor ein paar Stunden mit einem Mitarbeiter der DGI telefoniert habe. Dieser habe zugegeben, "dass ein Handlungsbedarf bestehe, diesen aber vor allem bei den Wohnungen und den Treppenhäusern gesehen", so Siol. Zu einem Zeitplan für die Außenanlagen habe es keine verbindlichen Aussagen gegeben, "aber ein Jahr wolle man bei der DGI nicht mehr warten", gab Siol das Gespräch wieder. Der Mitarbeiter der DGI habe angekündigt, ein "Handlungsprogramm" aufzulegen und dieses bei der Stadt zu melden. Ein Zeitpunkt sei nicht genannt worden.

"Das sind leider die Rahmenbedingungen", wünschte Siol, dass er eine andere Botschaft hätte überbringen können. Er könne den Bewohnern nur empfehlen, die Mängel zu belegen und den Eigentümer in die Pflicht zu nehmen. "Das haben wir doch schon versucht. Das bringt gar nichts", schallte es Siol als Antwort aus dem Saal entgegen. Und dem ehemaligen Ortsratsmitglied Siegfried Schulz war das zu wenig: "Die Stadt hat eine Fürsorgepflicht. Ich verstehe nicht, warum die Stadt Angst hat, sich mit Trautsch hinzustellen. Die Bürger müssen sehen, das was passiert. Das hier ist eine Katastrophe und die Stadt schaut zu."

Am Ende verständigte sich der Ortsrat auf eine Begehung am 14. September. Hauptziel: Die Geothermie-Siedlung. Zu dem Termin soll auch ein Vertreter der DGI eingeladen werden und, so hofft man in Klein Hehlen und dem Ortsrat, bei der Begehung sollen nicht nur möglichst viele Mieter, sondern auch Oberbürgermeister Jörg Nigge teilnehmen.