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Celle Ortsteile Kritik an geplantem Naturschutzgebiet bei Boye
Celle Aus der Stadt Celle Ortsteile Kritik an geplantem Naturschutzgebiet bei Boye
15:55 07.02.2014
Von Oliver Gatz
2011 waren am künstlichem Aller-Totarm in Klein Hehlen Baggerarbeiten nötig, um Sandablagerungen im Flussbett zu verringern. Quelle: Ralf Taschke
Boye

Bootsverkehr erlaubt, Blümchenpflücken und Drachen steigen lassen verboten, Wandern und Hunde ausführen nur noch auf ausgewiesenen Wegen: Gegen das von der Stadt geplante Naturschutzgebiet Untere Allerniederung bei Boye und Klein Hehlen formiert sich verstärkt Widerstand.

Erst habe die Stadt die Flusslandschaft der Aller von der Eisenbahnbrücke am Bahnhof bis Boye zu einem riesigen Hochwasserschutz-Überflutungsbecken umgebaut und dabei ein wertvolles Naherholungsgebiet geschaffen. Nun solle den Bürgern der Zutritt zur Talniederung grundsätzlich verboten werden, kritisiert Joachim Schade. Baden sei nur noch an zwei Stellen gestattet. „Damit werden die flachsandigen Badestellen an der Aller, die seit vielen Generationen im Sommer vor allem durch die Jugend genutzt wurden, nur noch verbotenerweise erreichbar sein.“

Die FFH-Richtlinie der EU – rechtliche Grundlage für das Vorhaben – bedeute nicht, dass zwingend Naturschutzgebiete eingerichtet werden müssten, argumentiert Schade. Möglich sei auch ein Landschaftsschutzgebiet mit weit weniger Einschränkungen. Auch der Kreis sehe auf seinem Teil des FFH-Gebietes nicht die Notwendigkeit, die Bürger durch Zutrittsverbote zu gängeln.

Gegen die Verordnung ist auch Christian Danner, der für die Unabhängigen im Ortsrat Neustadt/Heese sitzt. "Die Motorboote dürfen die Aller rauf- und runterbrettern, aber die Kinder dürfen ihre Füße nicht mehr in der Aller kühlen", kritisiert er und will in der verbleibenden Frist noch möglichst viele Unterschriften gegen das Vorhaben sammeln.

Aus Sicht der Landespflege muss die Allerniederung bei Boye wegen ihrer hohen Bedeutung für die Tier- und Pflanzenwelt zum Naturschutzgebiet erklärt werden. Die Stadt plant aber Ausnahmen für Landwirte, Angler, Jäger, Hobby-Tierhalter und Sportbootfahrer.