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Celle Ortsteile Kurden demonstrieren für Autonomie der Eziden
Celle Aus der Stadt Celle Ortsteile Kurden demonstrieren für Autonomie der Eziden
14:03 06.08.2017
Von Gunther Meinrenken
Die Befreiung der vom IS verschleppten ezidischen Frauen war eine der Hauptforderungen bei der Demonstration von Kurden in Celle. Quelle: Fremdfotos/eingesandt
Celle

Am Neuen Rathaus hatten sich die Demonstranten zunächst gesammelt und waren von dort aus durch die Straßen der Innenstadt gezogen. Zum Abschluss hielten Vertreter der Verbände, die die Kundgebung organisiert hatten, Ansprachen an die Teilnehmer, in denen sie an das Leiden der Eziden erinnerten. Unter ihnen auch Ali Atalan, der die Interessen der Eziden als Abgeordneter im türkischen Parlament vertritt.

"Uns geht es um die Anerkennung der Ezidischen Glaubensgemeinschaft auf internationaler Ebene und auch darum, dass der gezielte Angriff des IS als Völkermord anerkannt wird", sagte Yilmaz Tarak vom Zentralverband der Ezidischen Vereine. Die Staatengemeinschaft müsse sich am Wiederaufbau der weitgehend zerstörten Millionenstadt Schingal, die heute einer Geisterstadt gleiche, beteiligen. "Wir sind dort auf uns allein gestellt. Wir fordern Schutz und Selbstverwaltung. Die europäischen Staaten müssen dort eine Schutzzone einrichten, damit auch hunderttausende Eziden, die nach Europa geflohen sind, wieder in ihre Heimat zurückkehren können", so Tarak, der sich die Verhältnisse vor Ort selbst angeschaut hat.

Unter den Demonstraten war auch die Cellerin Behiye Uca, die für die Linke im Stadtrat sitzt. "Wir wollen hier heute ein Zeichen setzen, dass der Völkermord an den Eziden nicht in Vergessenheit gerät. Wir setzen uns dafür ein, dass die tausenden Frauen, die sich immer noch in der Gewalt des Islamischen Staats befinden freigelassen werden. Sie werden immer noch vergewaltigt und auf Märkten verkauft", berichtete Uca, die forderte, dass der Kampf gegen den IS verstärkt werden muss. "Wir müssen denjenigen, die dem IS helfen, einen Strich durch die Rechnung machen, und diejenigen, die wirklich gegen den IS kämpfen, stärker unterstützen."