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Celle Ortsteile Kwidzyn ist seit 25 Jahren Celles Partnerstadt
Celle Aus der Stadt Celle Ortsteile Kwidzyn ist seit 25 Jahren Celles Partnerstadt
14:54 13.04.2018
Celelr Kinder nahmen im vergangenen jahr an einem Jugendkunstprojekt in Kwidzyn teil. Quelle: Ewelina Biermann-Firek
Celle

Die erste Partnerstadt Celles wurde 1953 das französische Meudon. Zehn weitere folgten im Laufe der Zeit: 1962 Celle-Ligure in Italien, 1972 Hämeenlinna in Finnland, 1977 Tavistock in England, 1980 Holbæk in Dänemark, 1990 Sumy in der Ukraine und Quedlinburg in Sachsen-Anhalt, 1994 Tjumen in Sibirien/Russland, 2000 die US-Stadt Tulsa und vor zehn Jahren die Stadt Mazkeret Batya in Israel.

Bereits 1952 hatte sich in Celle ein Heimatkreis gebildet, das Marienwerder-Zimmer in der Roß’schen Villa gibt noch heute mit seinen Exponaten Einblicke in den Ort. Auf Initiative des damaligen polnischen Bürgermeisters und des Celler Oberstadtdirektors bildete sich eine lebendige Städtepartnerschaft. Seit Vertragsabschluss entwickelten sich zahlreiche Kontakte und Aktivitäten. Bis heute besteht nicht nur ein intensiver Austausch zwischen den Stadtoberen in Sachen Wirtschaft, Technik und Umweltschutz, sondern auch zwischen den Bewohnerern beider Städte – was sich in spannenden Programmen zum Austausch auf den Gebieten Kultur, Jugend und Sport immer wieder zeigt. Besonders zu erwähnen sind die Kwidzyner Tage, ein Bürgerfest im Juni, die Freundschaften zahlreicher Sportler und die Teilnahme Kwidzyner Bürger alljährlich am Wasalauf in Celle - oder umgekehrt von Celler Läufern beim „Kwidzyski Bieg Papiernika“, sozusagen dem polnischen Pendant.

Nennenswert ist auch das Deutsch-Polnische Jugendkunstprojekt der beiden Städte, sowie der Deutsch-Polnische Kulturkreis, der zahlreiche Veranstaltungen organisiert. Zudem finden Besuche verschiedener Celler Vereine wie etwa des Museumsvereins, der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit, der Theatergruppe der VHS und einiger Musikvereine in Kwidzyn statt. Der Schüleraustausch des Celler Gymnasiums Ernestinums begründete sich bereits kurz vor Vertragsabschluss.

Die Entfernung von Celle nach Kwidzyn beträgt etwa 750 Kilometer. Die Stadt mit knapp 40.000 Einwohnern liegt etwa 80 Kilometer südlich von Danzig an der Liwa (deutsch Liebe), einem kleinen Nebenfluss der Weichsel. Sie gehört zum Verwaltungsbezirk Pommern und ist vor allem für seine Bischofsburg bekannt, eine der bedeutendsten Burganlagen des Deutschordenslandes. Bereits Ende des 9. Jahrhunderts fand der Ort als Insel im Weichseldelta erstmals Erwähnung. Die Burg wurde 1232 als dritte Gründung einer Festung durch die Ritter des Deutschen Ordens errichtet, die Stadt 1233 angelegt und nach Gründung eines Bistums 1285 zum Bischofssitz Marienwerder ernannt. Mitte des 13. Jahrhunderts wurde eine Domkirche errichtet, welche die Grabmale von Hochmeistern und Bischöfen birgt. 1525, im Zuge der Reformation, wurde die Stadt lutherisch und Teil des Herzogtums und späteren Königreichs Preußen.

Nach Ende des Ersten Weltkrieges kam Marienwerder durch eine Abstimmung der Bevölkerung, die mit über 90 Prozent für den Verbleib bei Deutschland und somit den Anschluss an Ostpreußen votierte, von 1920 bis 1939 zur Provinz Ostpreußen. Nach dem deutschen Überfall auf Polen 1939 gehörte die Stadt bis 1945 zum Reichsgau Danzig-Westpreußen. Im Januar 1945 erfolgte die Evakuierung eines Teils der Bevölkerung. Wenige Wochen später wurde der bis dahin unzerstörte Ort von der Roten Armee besetzt und als Lazarettstadt eingerichtet, wobei die Altstadt vielfachen Plünderungen und Bränden zum Opfer fiel.

Die Stadt wurde wieder in Kwidzyn – an dem ursprünglichen Namen Quidin angelehnt – umbenannt und durch Ansiedlung polnischer Landsleute neu belebt. Die Trümmer fanden neue Verwendung als Baumaterial in Warschau. Seit 2002 findet der Wiederaufbau der Altstadt auf dem historischen Grundriss statt, die Hälfte steht bereits als Rekonstruktion, an der anderen Hälfte wird gearbeitet.

Kwidzyn ist heute eine moderne, lebendige, interessante und wohlhabende Kleinstadt mit regem Treiben. Diese hat übrigens einiges mit Celle gemeinsam, beispielsweise die Gerichte (der Ort war einst auch Sitz eines Oberlandesgerichts), ein Landgestüt oder ein Rathaus, das einst ebenfalls als Kaserne erbaut worden war. Neueste Errungenschaften sind die brandneue Multifunktionshalle mit Schwimmbad und die neue Brücke über die Weichsel. Diese ermöglicht nun problemlos den raschen Anschluss an eine Autobahn.

Von Cosima Bellersen Quirini

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