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Celle Ortsteile LaLeLu in Celle: Perfekter Gesang, Comedy und Kabarett-Einlagen
Celle Aus der Stadt Celle Ortsteile LaLeLu in Celle: Perfekter Gesang, Comedy und Kabarett-Einlagen
17:26 13.01.2014
Mix aus perfektem Gesang, musikalischer Comedy und kabarettistischen Einlagen: das Hamburger A-Cappella-Comedy-Ensemble LaLeLu in der ausverkauften CD-Kaserne. Quelle: Peter Bierschwale
Celle

Mit der gebürtigen Finnin Sanna Nyman verfügt LaLeLu über eine attraktive und gesanglich überragende Mezzosopranistin, die man schnell zum Star des Chors erklären könnte. Doch damit allein wird man nicht zu einem Spitzen-Quartett. Auch die drei Sänger überzeugten nicht nur durch ausgezeichnete Solo-Stimmen, ihr Charme begeisterte schnell das mehrheitlich weibliche Publikum.

Der Programmtitel zielte auf die Midlifecrisis, aber auch auf die Körperfülle, zu der er beim Publikum schon einen Trend ausgemacht habe, meinte Bassist Tobias Hanf ironisch: „Man muss sich gleich erstmal unbeliebt machen!“ Das gelang allerdings nicht, zumal in Anschluss Tenor Frank Valet als Leadsänger einen hinreißenden Song über die nicht vorhandenen Gewissensnöte von Bankern vortrug: „I’m too rich to be good!“

Sanne Nyman glänzte mit einer grandios albernen Gesangs-Parodie einer indischen Priesterin, zu der die drei Männer mit ihren Lebenskrisen gereist waren, weil sich die Frau mit „Tandoori und Basmati“ auskenne. Tobias Hanf besitzt mit seinem sonoren Bass ideale Voraussetzungen für eine Heino-Persiflage. Gesanglich sehr gut Heino imitierend, fabulierte der Text über „deutsche Frauen und deutsche Butter“, als er allerdings auch die „deutsche Frauenquote“ lobte, sang der Background flüsternd „von der Leyen“.

Einen erheiternden Effekt hatte die angekündigte „amerikanischen Jazzlegende“: LaLeLu sang das Stück im jazzig-klassischen Stil der Swingle-Singers, doch es dauerte eine Weile, bis das Publikum erkannte, dass es sich bei „All My Little Ducklings“ um „Alle meine Entchen“ handelte.

Schon bei den ersten Stücken wurde deutlich, dass die Gruppe nicht nur musikalisch noch zugelegt hat, auch die Lichteffekte und die Choreografie wirkten professioneller und mehr auf den Punkt gebracht. Die Stärke des Programms lag in der Fähigkeit aller vier Sänger, berühmte Kollegen zu parodieren, und dennoch den musikalischen Anspruch nicht aufzugeben.

Von Peter Bierschwale