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Celle Ortsteile Land plant Feuerwehr-Studiengang - in Scheuen?
Celle Aus der Stadt Celle Ortsteile Land plant Feuerwehr-Studiengang - in Scheuen?
16:22 30.11.2010
Von Michael Ende
Scheuen

SCHEUEN. „Dr. Feuerwehr“ – wer im komplexen System des modernen Brandschutzes eine führende Rolle spielen will, muss so umfassend ausgebildet sein, dass er diesen Titel verdient hätte. Den Titel gibt es noch nicht, doch die Idee, für Niedersachsen einen neuen Feuerwehr-Studiengang einzurichten, wird derzeit in der Landesregierung in Hannover intensiv beraten. Bisher sind nur entsprechende Gerüchte durch die Mauern des Leineschlosses gedrungen. Doch auf CZ-Nachfrage werden sie bestätigt – und noch eine zündende Idee taucht auf: Celle könnte Standort dieses neuen Studienganges werden, der das I-Tüpfelchen auch dem für 74 Millionen Euro geplanten Neubaus der Landesfeuerwehrschule in Scheuen sein würde.

Fachleute sind seit langem von der Notwendigkeit eines solchen Studiengangs überzeugt. Dieses Fachstudium soll dem Mangel an Nachwuchs bei der Feuerwehr entgegenwirken. Außerdem, so heißt es weiter, sei das Laufbahnrecht novelliert worden. Danach könne nunmehr die Laufbahnausbildung parallel zu einem Studium abgeleistet werden. Damit könnte die Ausbildungszeit insgesamt deutlich verkürzt werden, was seit längerem angestrebtes Ziel der Landesregierung ist.

„Wir haben uns darum gekümmert, dass das Projekt Scheuen in Gang kommt – und man muss natürlich jetzt schon weiter denken“, sagt Hans Graulich, Präsident des Landesfeuerwehrverbands Niedersachsen, auf CZ-Nachfrage. „Als wir damals die jetzige Landesfeuerwehrschule am Bremer Weg geplant hatten, hat man uns für verrückt erklärt – und seitdem sind die Anforderungen an die Feuerwehren und ihr Personal durch ständige Modernisierung und Spezialisierung enorm angewachsen: Natürlich würde ein Feuerwehr-Studiengang sehr viel Sinn machen.“

Die beiden Celler CDU-Landtagsabgeordneten Karl-Heinrich Langspecht und Thomas Adasch unterstützen die Überlegung, den Feuerwehrstudiengang in Celle zu etablieren. „Die Voraussetzungen dafür wären bei uns ideal und wir hätten erstklassig geeignete Standorte“, so Langspecht, der als stellvertretender Fraktionsvorsitzender der CDU im Landtag unter anderem für die Landesentwicklung zuständig ist. Das neue Bildungs- und Trainingszentrum für die niedersächsische Landesfeuerwehr auf dem ehemaligen Gelände der Scheuener Freiherr-von-Fritsch-Kaserne sei ein ausbaufähiges Zukunftsmodell. „Es drängt sich geradezu auf, in diesen Komplex des Brand- und Katastrophenschutzes den Feuerwehrstudiengang mit einzubeziehen“, erklärt Adasch. Deshalb wollen sich beide Abgeordnete für den Standort Celle stark machen, wenn die Entscheidung über die Einrichtung des Studiengangs getroffen sei. Langspecht: „Auf jeden Fall hätten wir dann eine Chance, Hochschulstandort zu werden.“

Auch Polizei nach Scheuen: Nach der jüngsten Sitzung des Innenausschusses des Landtags hatte Langspechts Fraktionskollege Heinz Rolfes in Hannover betont, dass das Scheuener Akademie-Areal gegen Gebühren auch von anderen Organisationen genutzt werden solle, um eine optimale Auslastung zu gewährleisten. Neben Katastrophenschützer sollten hier auch Polizeikräfte trainieren und ausgebildet werden.