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Celle Ortsteile "Land unter" in den Kolkwiesen in Celle
Celle Aus der Stadt Celle Ortsteile "Land unter" in den Kolkwiesen in Celle
19:12 30.10.2015
Von Gunther Meinrenken
Kolkwiesen Gewerbegebiet Wietzenbruch Quelle: Thomas Brandt Heide-Copter
Wietzenbruch

"Dass dort jemals jemand nasse Füße bekommen hätte, ist mir noch nicht zu Ohren gekommen", sagt Stadtbaurat Ulrich Kinder. Die Unternehmen, die bereits ansässig sind, müssen nichts befürchten. Sie liegen allesamt außerhalb der Überschwemmungsbereiche, wie auch aus der Skizze zu ersehen ist.

Gleichwohl ist der Stadt die Problematik des Adamsgrabens bekannt. "Bereits im Bebauungsplan haben wir festgelegt, dass wegen des zeitweise hoch anstehenden Grundwassers eine Geländeaufhöhung der baulich genutzten Grundstücksflächen auf Straßenniveau unbedingt erforderlich ist", stellt Kinder fest. Das bedeutet: Wer sich in den Kolkwiesen ansiedeln will, müsste seinen Bauplatz erst einmal aufschütten. Und zwar auf eine Höhe zwischen 37,80 bis 38 Meter über Normalnull. Die Hochwasserbereiche spielen sich auf einer Ebene von etwa 37,30 bis 37,40 Meter über Normalnull ab.

Dass das der Vermarktung des Gewerbegebietes nicht gerade zuträglich ist, ist auch im Neuen Rathaus bekannt. Jahrelang dämmerten die Kolkwiesen im Dornröschenschlaf. Erst in jüngster Zeit siedelten sich verstärkt Betriebe auf dem 34 Hektar großen Areal an. Diese Aufbruchstimmung möchte man bei der Stadt nicht torpedieren und nimmt nun selbst Geld in die Hand, um die berechnete Hochwassergefahr zu bannen.

"Etwa 8,4 Hektar der noch nicht genutzten Grundstücke liegen mit einem Anteil von 6,4 Hektar im Überschwemmungsgebiet", erklärt Kinder. Mit der Schaffung von Überschwemmungsflächen südlich der Kolkwiesen will die Stadt Abhilfe schaffen. "Diese Retentionsflächen sollen etwa 3,5 Hektar groß werden. Sie werden auf ein Niveau von etwa 37,15 Meter über Normalnull abgetragen", erläutert der Stadtbaurat. Kosten: etwa 100.000 Euro.

Anfang 2016 sollen die Arbeiten beginnen, im Frühjahr sollen sie beendet sein. "Dann liegt der errechnete Wasserspiegel unterhalb der jetzt betroffenen Grundstücke. Alle Flächen wären hochwasserfrei, kein Baugebiet läge mehr im Überschwemmungsgebiet", so Kinder.