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Celle Ortsteile Lehrermangel: Celler Abgeordnete streiten um Zahlen
Celle Aus der Stadt Celle Ortsteile Lehrermangel: Celler Abgeordnete streiten um Zahlen
19:52 29.09.2017
Von Gunther Meinrenken
Quelle: Julian Stratenschulte
Celle

Vermehrte Anfragen aus seinem Wahlkreis haben Adasch dazu bewogen, der Sache auf den Grund zu gehen. Corinna Fischer, Wissenschaftliche Referentin der CDU-Landtagsfraktion für Kultusfragen, stellte Material zusammen. Ihr Fazit: "Die Behauptung, die schwarz-gelbe Vorgängerregierung haben Lehramtsstudiengänge gestrichen, und dies sei die wahre Ursache für den aktuellen Lehrermangel in Niedersachsen, ist falsch." Hintergrund: In Niedersachsen saßen von 2003 bis 2013 die CDU und FDP an den Hebeln der Macht.

Fischer macht geltend, dass unter Schwarz-Gelb die Zahl der Studienanfängerplätze in Bachelorstudiengängen mit Lehramtsoption deutlich erhöht worden sei, von etwa 9000 im Studienjahr 2010/2011 auf mehr als 12.000 in 2011/2012 und 2012/2013. Fischer: "Rot-Grün hingegen hat nach der Regierungsübernahme bei den Studienanfängerplätzen gekürzt. 2014/2015 waren es nur noch 10.828 Studienanfängerplätze. Allein an der Stiftung Universität Hildesheim habe die SPD-Grünen-Regierung im gleichen Jahr 200 Studienplätze gestrichen. "Das Angebot der Universität zur Einrichtung eines weiteren Studienstandorts für Sonderpädagogik schlug die rot-grüne Landesregierung aus, obwohl für die inklusive Schule viele zusätzliche Sonderpädagogen benötigt werden", meint Fischer.

Schmidt hält dagegen. "Die Zahl der Studienplätze ist gehalten und sogar gesteigert worden. Und: In Niedersachsen studieren nach Abschaffung der Studiengebühren deutlich mehr junge Menschen", hält er der SPD-geführten Landesregierung zugute. So sei auch seit Regierungsantritt von Rot-Grün die "tatsächliche Zahl der Studienanfänger mit Lehramtsoption" kontinuierlich gestiegen und zwar von 5686 in 2013/2014 auf 6355 in 2015/2016. Außerdem sei zusammen mit den Universitäten Oldenburg und Hannover die Verdoppelung der Studienplätze für das Lehramt Sonderpädagogik umgesetzt worden.

Weiteres Argument der Christdemokraten. "Die CDU-geführte Landesregierung hat in der Legislaturperiode 2008-2013 die Zahl der Plätze im Vorbereitungsdienst an den niedersächsischen Studienseminaren von 4.728 im Jahr 2008 auf 5.420 ab 2011 erhöht. Rot-Grün hingegen hat nach der Regierungsübernahme bei den Plätzen im Vorbereitungsdienst gekürzt. Ab 2014 sank die Zahl auf nur noch 4.916 Plätze", behauptet Fischer.

Auch hier legt Schmidt andere Zahlen vor. "Die Angaben der CDU sind nicht zutreffend. Es gab keine Erhöhung, wie behauptet." Aus den Haushaltsplänen lasse sich ablesen, dass es unter der CDU seinerzeit sogar Kürzungen gab. "Rot-Grün hat die Stellenzahl wieder erhöht, wir haben jetzt den Spitzenwert von 5440 Stellen im Referendariat für das Lehramt", so Schmidt. Sein Urteil: „Die CDU versucht jetzt händeringend, die Konsequenzen der eigenen fatalen Bildungspolitik von 2003 bis 2013 schön zu rechnen." Gleiches dürfte auch Adasch über die SPD behaupten. Die Wähler werden entscheiden, wem sie mehr Glauben schenken.