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Celle Ortsteile Liebe und Respekt als Grundlagen ihrer Arbeit
Celle Aus der Stadt Celle Ortsteile Liebe und Respekt als Grundlagen ihrer Arbeit
18:55 06.08.2010
Das Pastorenehepaar Helke und Christoph Ricker vor der Altenceller Gertrudenkirche mit ihren jüngsten Kindern. Quelle: nicht zugewiesen
Altencelle

Nach dem plötzlichen Tod von Pastor Karl Martin Gehrke kann nun wieder Normalität ins Altenceller Gemeindeleben einziehen. Und das gleich im Doppelpack. Morgen werden Helke und Christoph Ricker von Superintendent Hans-Georg Sundermann im Rahmen eines Gottesdienstes in der Gertrudenkirche in ihr neues Amt eingeführt. Beide arbeiten ab sofort mit einer halben Stelle in der Altenceller Gemeinde.

Die biographischen Daten der neuen Pastoren sind, weil weitgehend identisch, schnell erzählt: Er kommt aus Schorn-dorf in Württemberg, sie aus Bardowick bei Lüneburg. Beide Eheleute zählen 45 Jahre und sind seit dem gemeinsamen Theologiestudium in Be-thel, Heidelberg und Tübingen ein Paar mit Vikariat-Stellen in Stade und Celle (Predigerseminar), dazu gemeinsamen Pfarrstellen in Barrien bei Syke (zwei Jahre) und Wolfsburg-Detmerode (zehn Jahre). Sie haben vier gemeinsame Töchter zwischen 15 und knapp zwei Jahren: Helene, Julie, Pauline und Emelie.

Christoph Ricker zog es ins Theologenamt, weil er Antworten auf die Frage nach dem Sinn des Lebens suchte und Menschen nicht nur oberflächlich begleiten wollte. Für Helke Ricker war es die Faszination der ganzen Bandbreite des Lebens bei all den unterschiedlichen Menschen, die den Schritt zur Theologie initiierte.

Das Pastorenpaar strahlt Gelassenheit und Harmonie aus. Als Ehepaar einer Gemeinde zu dienen, erleichtert ihnen vieles, ist aber durchaus nicht unkompliziert. „Wir stärken uns dabei gegenseitig und kennen kein Konkurrenzdenken“, so Helke Ricker. Und Ehemann Christoph fügt an, dass ihre Liebe und der gegenseitige Respekt zu den Grundlagen ihrer Arbeitsteilung zählen.

Dass sie in Altencelle den Zuschlag bekommen haben, ist für Rickers ein Geschenk Gottes. „Wir waren gerne in Wolfsburg, doch unser Ziel war es immer, in einem gewachsenen Ort mit dörflicher Struktur und nahe einem Zentrum zu leben. Das ist uns nun gelungen. Auch bietet das größere Pfarrhaus den Platz, den wir als auf sechs Köpfe gewachsene Familie benötigen. Doch vor allem fasziniert die wunderschöne fast 1000 Jahre alte Gertrudenkirche, dieser sakrale Bau mit seiner eigenen spirituellen Ausstrahlung“, kam Chris-toph Ricker regelrecht ins Schwärmen.

Seit gut einer Woche leben die Rickers im Altenceller Pfarrhaus und haben auch bereits den ersten Gottesdienst abhalten können. Herrliche Lauf- und Radfahrstrecken in unmittelbarer Wohnnähe hat das sportliche Paar auch bereits gefunden. Nun gilt es, all die notwendigen dienstlichen Dinge anzugehen, Kontakte knüpfen zum Beispiel, um zwanglos kreative Prozesse innerhalb und außerhalb der Gemeinde anzuschieben.

Der warmherzige Empfang, den sie in Altencelle erleben durften, bestärkt sie in der Annahme, eine sehr gute Wahl getroffen zu haben. Aufregung vor der Amtseinführung kennen sie nicht. Helke Ricker: „Wir freuen uns einfach nur, das aber riesig.“

Von Gert Neumann