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Celle Ortsteile Lobetalarbeit baut Wohnanlage
Celle Aus der Stadt Celle Ortsteile Lobetalarbeit baut Wohnanlage
16:39 08.11.2010
Lobetalarbeit baut Seniorenwohnungen. Zunächst allerdings muss Mutterboden abgetragen werden. Quelle: Gert Neumann
Wietzenbruch

Kubikmeter um Kubikmeter bester Mutterboden landete auf der tiefen Mulde des Baukippers. „Frucht“ einer Baggerschaufel, die gut eine Woche lang eine etwa 80 Zentimeter tiefe Schicht fruchtbaren Bodens am Garnseeweg/Ecke Fuhrberger Straße abgetragen hat, um Raum für Häuser zu schaffen.

Hier wird die Lobetalarbeit bauen. Und dies schon in Kürze. Die Hochbauvorbereitungen laufen auf Hochtouren. Zunächst allerdings muss das 3800 Quadratmeter große ausgebaggerte Baugelände gegenüber des Neustädter Holzes und des Lobetal-Areals wieder aufgefüllt und damit auf Straßenniveau gebracht werden.

„Immer wieder gab es Anfragen ehemaliger Lobetal-Mitarbeiter nach Wohnungen in Lobetal-Nähe. Besonders die Kirche „Zum guten Hirten“ und der Lobetaler Speisesaal sollte auch bei eingeschränkter Mobilität von Ehemaligen gut zu erreichen sein“, berichtete Pressesprecher Markus Weyel.

Lobetal hat nicht nur ein Herz für Menschen mit Behinderung, sondern fühlt sich offensichtlich auch ihren ehemaligen Mitarbeiter verpflichtet. Sie griff deren Wünsche auf und lässt nun auf dem Gelände am Garnseeweg drei ebenerdige barrierefreie Doppel- und zwei weitere Einzelhäuser mit Zwei- und Drei-Zimmer-Wohnräumen entstehen.

„Wir wünschen uns natürlich zuvorderst, dass Menschen, die sich unserer Gemeinde und damit der Lobetalarbeit zugehörig fühlen, hier ihre Heimat finden“, so Carsten Bräumer, Leiter der Lobetalarbeit. Doch auch externe Bewerber sollen nicht außen vor bleiben. 1,65 Millionen Euro Baukosten hat Lobetal schließlich für das Vorhaben eingeplant.

Noch in dieser Woche soll die erste echte Bautätigkeit zu sehen sein. Gleichwohl wird es mit dem Einzug erster Mieter noch eine zeitlang dauern. „Der Termin ist natürlich wetterabhängig“, so Weyel. Spätestens im Sommer 2011 sollen die ersten Mieter jedoch eingezogen sein.

Der Baugrund am Garnseeweg war bislang der räumlich nahen Lobetaler Allertal-Werkstatt zugewiesen. 194 Menschen mit geistiger Beeinträchtigung sind dort beschäftigt. Nutzer des Baugrunds war die Gartenbauabteilung der Allertal-Werkstatt. Sie hatte das Gelände über 30 Jahre vornehmlich zum Kompostieren des anfallenden Grünabfalls genutzt und zeichnet somit über die Jahre für die 80 Zentimeter tiefe Schicht wertvollen Kompostes verantwortlich, der nun an anderer Stelle zwischengelagert wird.

Doch auch Lobetals Gartenbauer dürfen sich trotz Verlustes ihres nahen Kompostierung-Ortes als Gewinner fühlen. Denn sie werden noch 2011 im Wietzenbrucher Gewerbegebiet Kolkwiesen in einem neu eingerichteten Gartenbaubetrieb arbeiten können. Die Zahl der heute im Gartenbau beschäftigten 24 Menschen mit geistiger Behinderung wird dann auf 36 steigen und auch die Zahl der festen Gärtner um einen weiteren auf fünf zulegen.

Von Gert Neumann