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Celle Ortsteile Magere Ernte für Celler Imker
Celle Aus der Stadt Celle Ortsteile Magere Ernte für Celler Imker
13:26 03.08.2017
Von Gunther Meinrenken
Aufgrund der frostigen Temperaturen im Frühjahr, der Trockenheit und der vielen Regenfälle Anfang Juli fällt die Honigernte in diesem Jahr recht mager aus. Quelle: Oliver Knoblich
Celle

Schuld an der kärglichen Ausbeute des süßen Nektars ist das Wetter, das den Bienenvölkern bereits seit dem Frühjahr zugesetzt hat. Späte Fröste und Trockenheit haben die Entwicklung der Pflanzen beeinträchtigt. An für die Frühjahrs- und Sommerhonigen wichtigen Nektarspendern wie Obst-, Ahorn-, Robinien und Lindenbäumen seien die Blüten verfroren. Eine Beobachtung, die auch die Mitarbeiter des Celler Laves Landesinstituts für Bienenkunde, die ihre Stöcke über Norddeutschland verteilt haben, gemacht haben.

"Noch bis in den April hinein war es teilweise sehr kalt. Einige besonders wichtige Bienennährpflanzen haben daher extrem wenig Blüten entwickelt oder Blütenansätze sind nicht zum Tragen gekommen", erklärt Institutsleiter Werner von der Ohe. Und ohne Blüten können die Bienen natürlich auch nicht so viel Nektar sammeln. Von der Ohe geht davon aus, dass hier die Sommerernte nur etwa 25 Prozent eines normalen Jahres ausgemacht habe.

Die Frühjahrsernte von den Rapsfeldern Ende Mai beziehungsweise Anfang Juni sei zwar zufriedenstellend ausgefallen, habe aber auch unter den Durchschnittswerten gelegen. Nachrichtenagenturen hatten 19 Kilogramm Rapshonig pro Bienenstock vermeldet. Ein Wert, mit dem Niedersachsen sogar über dem Bundesdurchschnitt lag. Doch von der Ohe relativiert das Ergebnis: "19 Kilogramm sind weiß Gott nicht befriedigend. Eine gute Ernte beginnt bei 25 Kilogramm aufwärts." Auch Osterloh war mit der Ausbeute aus den Rapsfeldern nicht zufrieden. "Ich habe nur etwa 15 Kilogramm pro Volk geerntet."

Ebenso wichtig für die Imker ist die Sommerernte. "Doch die ist nahezu ausgefallen", klagt Osterloh. Das Wetter hat nach Angaben des Bieneninstituts "zu einem Zusammenbruch des Nahrungsangebots geführt", wie von der Ohe feststellt. Und dafür haben die starken Niederschläge gesorgt. Heftige Regengüsse Ende Juni/Anfang Juli hätten die Lauspopulationen, die den süßen Honigtau produzieren, zusammenbrechen lassen.

Etwa zu diesem Zeitpunkt habe das Bieneninstitut bereits Warnungen an die Imker verschickt, dass sie für ihre Bienen Sorge tragen und zufüttern müssten. Das hat auch Bienenvater Osterloh bereits seit Ende Juni getan. "Das ist für uns Imker immer eine kostspielige und arbeitsaufwendige Geschichte", sagt der Großmoorer. "Zur Fütterung müssen die vorhandenen Honigräume abgenommen, eine Verfälschung des naturbelassenen Honigs in jedem Fall vermieden werden. Ein Bienenvolk ist eine Überflussgesellschaft, niemals darf es Hunger leiden, sonst nimmt es nachhaltig Schaden."

Osterloh rechnet nicht mehr damit, dass die Heideblüte das Jahr noch herausreißt. "Die Blüten haben sich nicht gut entwickelt, kümmerliche Rispen tragen nur etwa die Hälfte der Blüten wie in anderen Jahren üblich. Außerdem ist an einigen Stellen der Käfer drin", hat der Imker beobachtet. Aufgrund der eingeschränkten Aussichten für eine gute Heidehonigernte schont der Imker einen Teil seiner Völker und bereitet sie jetzt schon mit der entsprechenden Spätsommerpflege und Futtergabe auf den Winter vor.