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Celle Ortsteile Mangelhafte Unterrichtsversorgung
Celle Aus der Stadt Celle Ortsteile Mangelhafte Unterrichtsversorgung
17:37 28.03.2012
Von Christoph Zimmer
Celle

Es sind dramatische Zahlen, die die niedersächsische Landesregierung vor einer Woche vorgelegt hat: An den Berufsschulen in Celle haben einige Berufsfelder eine Unterrichtsversorgung von deutlich unter 80 Prozent, keine der Berufsschulen kommt auf eine Unterrichtsversorgung von 100 Prozent. „Das ist nicht nur bildungspolitisch, sondern auch wirtschaftspolitisch fahrlässig“, sagte Maximilian Schmidt, SPD-Fraktionsvorsitzender im Kreistag. Was die Ausbildung der Schüler angehe, bedeute die Mangelversorgung „einen ganz erheblichen Nachteil. Das ist unverantwortlich.“

Kultuspolitiker aus der Landtagsfraktion der SPD hatten eine schriftliche Anfrage an die niedersächsische Regierung gestellt, deren Antwort die erschreckenden Werte enthielt. Beispiel Fachpraxis: Hier erreicht der Berufsfeld Sozialpädagogik nur eine Unterrichtsversorgung von 66,3 Prozent, das Berufsfeld Gartenbau gerade einmal 66 Prozent. Heißt im Klartext: Es gibt an den Berufsschulen in Celle nicht genügend Lehrer, die die Stunden für eine optimale Unterrichtsversorgung leisten können. Diese Mangelversorgung der Schüler liege allein in der Verantwortung des niedersächsischen Kultusministeriums, sagte Schmidt. Vor dem Hintergrund der demographischen Entwicklung einerseits und des Fachkräftemangels andererseits müsse „eine gute Ausbildung für die Schüler gewährleisten werden“.

Für die Berufsschulen in Celle ergeben sich folgenden Durchschnittswerte aus Theorie und Praxis: Die Axel-Bruns-Schule erreicht eine Unterrichtsversorgung von 95,7 Prozent, die Albrecht-Thaer-Schule 93,3 Prozent, die BBS III liegt bei 88,9 Prozent und die BBS I bei 86,6 Prozent. „Das sind keine schönen Zahlen“, sagte Susanne Strätz, Pressesprecherin der Landesschulbehörde, „da werden wir gegensteuern müssen.“ Das Kultusministerium kündigte an, gemeinsam mit der niedersächsischen Landesschulbehörde im März und April ein Stellenausgleichsverfahren durchzuführen. Darin sollen Lehrer auf die berufsbildenden Schulen verteilt werden, „um eine ausgeglichene Unterrichtsversorgung zu erreichen“, hieß es.

Natürlich, sagte Michael Wilkens, die Schulen müssen so versorgt werden, dass sie ihren Aufgaben in der Ausbildung auch nachkommen können. Der Celler Geschäftsstellenleiter der IHK Lüneburg-Wolfsburg betonte, „wenn dies nicht der Fall ist, müssen Betriebe das ausbügeln“. Die Betriebe müssten aus ihrer Verantwortung für die Ausbildung heraus nicht vermittelte Inhalte nachbereiten. „Das sollte nicht der Fall sein“, so Wilkens.