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Celle Ortsteile Maximilian Schmidt verpasst Wiedereinzug in Landtag
Celle Aus der Stadt Celle Ortsteile Maximilian Schmidt verpasst Wiedereinzug in Landtag
10:36 17.10.2017
Von Simon Ziegler
"So ist das Leben": Maximilian Schmidt (oben links), der den Wahlausgang am Sonntag mit Genossen in Winsen verfolgte, will sich nach seiner Wahlniederlage "neu sortieren". Jörn Schepelmann (kleines Foto, rechts) fährt mit Rückenwind nach Hannover. Quelle: Michael Schäfer
Winsen (Aller)

Schmidt sprach gestern von einem „bitter-süßen“ Ergebnis. „Ich freue mich riesig, dass wir in Niedersachsen wieder stärkste Partei sind. Das ist ein historisches Ergebnis“, sagte der Winser Sozialdemokrat. Nur führt dieser Erfolg eben dazu, dass für ihn im Landtag kein Platz mehr ist. Sein guter Listenplatz 15 reichte nicht, obwohl das vor wenigen Wochen noch ganz anders ausgesehen hatte.

Wie paradox das Ergebnis ist, lässt sich auch daran festmachen, dass er bei einem schlechteren SPD-Resultat mit weniger gewonnenen Direktmandaten wahrscheinlich wieder ins Parlament eingezogen wäre. „So ist das Wahlsystem, so ist das Leben. Ich wusste, dass es ganz eng wird“, sagte Schmidt, der sein persönliches Unheil vergangene Woche bereits kommen sah, „ich kann ja rechnen“. Er bedaure, dass er seine Arbeit nicht fortsetzen kann, erklärte der Winser enttäuscht, "mir hat die Arbeit im Landtag sehr große Freude gemacht".

Für den 33-Jährigen ist es der erste große Karrieknick. Bislang ging es für ihn immer nur bergauf. Schon in jungen Jahren war er in den Winser Gemeinderat und in den Celler Kreistag eingezogen, als 26-Jähriger wurde er SPD-Fraktionschef im Kreistag. 2013 kandidierte er erstmals für den Landtag – und zog mit 29 Jahren prompt in das Landesparlament ein. Nach dem Tod von Rolf Meyer wurde er zudem zum Vorsitzenden des Celler SPD-Unterbezirks gewählt.

Schmidt kündigte an, dass er sich weiterhin in Winser Rat und Kreistag engagieren werde. Auch seinen Posten als Celler SPD-Chef wird er behalten. Beruflich will er sich zunächst auf seinen Job als Geschäftsführer der Heimvolkshochschule Hustedt konzentrieren.

Klar ist aber auch, dass er sich nach dem verpassten Einzug in den Landtag jetzt „neu sortieren“ will, wie er sagte. Der 33-Jährige ist vor kurzem Vater einer Tochter geworden, jetzt möchte er sich mehr Zeit für die Familie nehmen. Über neue politische Aufgaben wollte Schmidt gestern nicht spekulieren.

Sein Konkurrent Jörn Schepelmann (CDU), der den Wahlkreis Bergen mit knapp zehn Prozent Vorsprung klar gewonnen hatte, fühlte mit seinem Widersacher. "Da muss man auch mal Mensch sein. Persönlich tut er mir leid. Politisch freue ich mich, dass der Wahlkreis in CDU-Hand bleibt", sagte Schepelmann. Er fährt mit Rückenwind nach Hannover. Sein persönliches Ergebnis liegt mit rund zehn Prozentpunkten über dem Ergebnis der CDU in Niedersachsen. "Ich bin sehr gespannt und freue mich auf die Arbeit im Landtag", sagte der 31-jährige Bürgermeister von Eicklingen.

Für ihn lief der Wahlabend genauso ambivalent wie für Schmidt, nur eben andersherum: Wahlkreis gewonnen, die Wahl im Land klar verloren.