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Celle Ortsteile Medizinische Lücke geschlossen
Celle Aus der Stadt Celle Ortsteile Medizinische Lücke geschlossen
17:39 14.08.2017
Von Gunther Meinrenken
Quelle: Oliver Knoblich
Celle

Frau Knoche, vor fünf Jahren hieß es, die Tagesklinik würde eine medizinische Lücke schließen. Wie haben sich die Patientenzahlen entwickelt?

Von 2012 bis 2016 haben wir 362 Patienten behandelt. Davon 202 Jungen und 160 Mädchen zwischen 5 und 18 Jahren. Die Tagesklinik hat sich in den vergangenen fünf Jahren zu einem festen Bestandteil der medizinischen Versorgung für Kinder und Jugendliche der Stadt und des Landkreises Celle entwickelt.

Sie haben 12 Plätze. Reicht das oder haben Sie lange Wartelisten?

Zur Zeit warten Patienten, die sich über unserer Institutsambulanz für eine tagesklinische Behandlung angemeldet haben, etwa 3 bis 4 Monate. Die Wartezeit für eine ambulante Erstvorstellung in der Institutsambulanz für Kinder- und Jugendpsychiatrie beträgt zur Zeit etwa 4 bis 6 Wochen.

Mit welchen psychischen Problemen kommen die Eltern mit ihren Kindern zu Ihnen? Welche Erkrankungen eignen sich überhaupt, um bei Ihnen ambulant behandelt zu werden?

Mit Ausnahme von akuter Selbst- oder Fremdgefährdung behandeln wir in der Tagesklinik das gesamte Spektrum psychischer Erkrankungen bei Kindern und Jugendlichen. Sehr häufig werden uns Patienten mit sozialen Ängsten, Rückzug und Schulvermeidung vorgestellt. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Diagnostik und Behandlung bei Konzentrationsstörungen, aggressivem Verhalten und depressiven Verhaltenssauffälligkeiten.

Wie sieht die Therapie der Patienten aus?

Die Behandlung erfolgt in einem multiprofessionellen Team aus Ärzten, Psychologen, einer Sozialarbeiterin, Erziehern, Kinderkrankenpfleger sowie einer Ergotherapeutin und Lehrkräften. Die Patienten werden je nach Alter in einer Kinder-Gruppe (sechs Patienten von 5 bis 12 Jahren) oder einer Jugendlichen-Gruppe (sechs Patienten von 13 bis 18 Jahren) betreut.

Mit wem arbeiten Sie vor Ort zusammen?

Wir kooperieren mit niedergelassenen Kinderpsychiatern und Psychotherapeuten, Kinderärzten, Beratungsstellen, kommunalen Sozialdiensten, dem Sozialpädiatrischen Zentrum und anderen. Das ermöglicht ein umfassendes Hilfs- und Beratungsangebot, welches auch nach der Entlassung der Patienten Behandlungsfortschritte festigt.

Was erwartet die Besucher am Tag der offenen Tür?

Es gibt Spielangebote für Groß und Klein, Mitmach-Aktionen der Ergotherapie, Vorstellungen von Schule und Sozialarbeit in der Tagesklinik, Führungen durch die Klinik sowie einen Waffel- und Kuchen-Verkauf. Außerdem steht der Spielplatz im großen Garten zum Spielen und Verweilen zur Verfügung.