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Celle Ortsteile Mehr Grün in Celler Altstadt erwünscht
Celle Aus der Stadt Celle Ortsteile Mehr Grün in Celler Altstadt erwünscht
18:28 10.05.2015
Stadtplaner Wolfgang Schucht zeigt auf dem Planentwurf des städtebaulichen Entwicklungskonzepts, wo es in der Altstadt grüner werden soll. Quelle: Alex Sorokin
Celle-Altstadt

„Endlich findet mal ein Austausch statt“, sagt Kai Henschel. Sonst erführen es die Bürger immer aus der Zeitung. Der gebürtige Celler arbeitet in Lüneburg und kommt gerne in seine Heimatstadt zurück – wie am Samstag zum Tag der Städtebauförderung. „Das Gute ist, dass die Stadt baulich nicht bei jeder Modeerscheinung mitmacht.“ Doch eines fehlt ihm in der Fachwerkstadt doch im Vergleich zu anderen Städten: nämlich attraktive Innenhöfe.

Einiges habe sich schon in der Altstadt getan. Zum Beispiel die Gestaltung der Stechbahn sei gut bei Familien angekommen, sagt Stadtgestalterin Dani von Eiff. Sie versucht am Bauwagen auf dem Großen Plan, aus den Passanten weitere Ideen für die Möblierung der Altstadt „herauszukitzeln“. Unter dem Motto „Zukunft gestalten“ soll als Nächstes der Arno-Schmidt-Platz neu geordnet werden. Da gibt es noch Gesprächsbedarf zu Fahrradständern, Bänken – mit oder ohne Lehne – oder zum Straßenpflaster. Wenn von Eiff die Celler ganz offen fragt, was sie sich für die Innenstadt wünschen, sind die meisten überfordert. Deswegen hakt sie nach, wofür sie die Stadt nutzen.

Der Entwurf zum städtebaulichen Entwicklungskonzept für die Altstadt wird an den drei Infopunkten zur Diskussion gestellt, bevor er durch den Stadtrat gehen wird. Ein Flyer fasst Hunderte Seiten zusammen. Worum es da geht, erläutert Stadtplaner Wolfgang Schucht gern im Pavillon an der Poststraße. Auf einer Karte zeigt er zwei Schwerpunkte, die sich demnächst verändern sollen. Im Komplex zwischen Nordwall und Schuhstraße sollen mehr grüne Hinterhöfe entstehen, dadurch, dass einige Garagen und Nebengebäude abgerissen werden. Außerdem soll es mehr Durchgänge geben, so dass die Celler schneller von Nord nach Süd oder von Süd nach Nord kommen können. Zwischen Südwall und Bergstraße sollen mehrere Wohnhäuser mit viel Grün drumherum entstehen. Schucht hat auch einige Fotos dabei, die Vorzeige-Innenhöfe aus der Praxis zeigen. Jutta Anser schaut sich interessiert die Bilder an. „Als Bürgerin will ich wissen, was in meiner Stadt passiert“, sagt die 71-Jährige. Ihr ist es wichtig, dass Jung und Alt sich in der Altstadt wohlfühlen. „Damit es abends nicht immer so leer auf den Straßen ist.“

Im Sanierungsbüro an der Schuhstraße 5 ist der „Förder-Check up“ möglich. Die Bilder von Sanierungen der Fachwerkhäuser schauen sich nicht nur Eigentümer, sondern auch Touristen an. Dirk Diekmann ist für die technische Betreuung der Eigentümer zuständig. Er erklärt auch die Pläne zur Entwicklung des ehemaligen Feuerwehrgeländes in der Bergstraße. Dort soll es Flächen zum Wohnen und Einkaufen geben. Anfang 2016 soll es mit dem Bauen losgehen.

Von Dagny Rößler