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Celle Ortsteile Mende: Keine öffentliche Entschuldigung nach Eklat im Celler Rathaus
Celle Aus der Stadt Celle Ortsteile Mende: Keine öffentliche Entschuldigung nach Eklat im Celler Rathaus
18:40 20.02.2014
Von Michael Ende
Celle

Man kann sich nicht selbst "entschuldigen" - man kann nur andere um Entschuldigung bitten. Celles Oberbürgermeister Dirk-Ulrich Mende (SPD), der am Dienstag nach einem plötzlichen Wutausbruch Vertreter der Ratsfraktionen aus einer Sitzung geworfen hatte, wollte dies am Donnerstag nicht tun - jedenfalls nicht öffentlich. "Es handelte sich um eine nicht öffentliche vertrauliche Gesprächsrunde auf Einladung des Oberbürgermeisters und nicht um eine Sitzung eines Ratsgremiums. Angesichts dessen wird sich der Oberbürgermeister in dieser Runde verhalten und nicht öffentlich. Das schließt die Frage einer möglichen Entschuldigung ein", ließ Mende über seinen Pressesprecher Wolfgang Fischer mitteilen.

Nach der jurstischen Schlappe, die Mende vor dem Lüneburger Verwaltungsgericht in Sachen seiner Kompetenzen gegenüber der Ratspolitik erlitten hat, ist fraglich, ob und wie in Zukunft eine konstruktive Kooperation funktionieren soll. "Wie die Zusammenarbeit zwischen Oberbürgermeister und Rat weiter geht, liegt in der Hand des OB. Wer raus geht, muss wieder rein kommen," so CDU-Ratsfraktionschef Heiko Gevers. Er wünsche sich, dass Mende künftig seine Emotionen besser kontrollieren könne und nicht "wie ein beleidigtes Kind" reagiere, wenn er mit anderen Meinungen konfrontiert werde: "Wir hoffen, dass unser Oberbürgermeister die Größe findet, seine wilde Reaktion hinter sich zu lassen und zum sachlichen Gespräch zurückzukehren. Sollte ihn sein emotionales Kostüm daran hindern, sollte allerdings jeder merken, dass er auf dem falschen Sessel sitzt."

Der Spruch des Verwaltungsgerichts habe einmal mehr gezeigt, dass Mende nicht "seine Überzeugung zum Maßstab aller Meinungen erheben dürfe", so Gevers. Nun müsse der OB endlich akzeptieren, dass er die Verwaltungsspitze nicht ohne Zustimmung des Rates umstrukturieren könne, so Gevers: "Herr Mende soll uns jetzt einen konstruktiven Vorschlag machen, und über den wollen wir beraten."

Zur Zeit sieht es nicht danach aus, als ob Mende, wie von der CDU in der Eklat-Sitzung angeregt, in der Ratssitzung am nächsten Donnerstag neben der Wahl des Stadtbaurats auch gleich noch die Wiederwahl der Ersten Stadträtin Susanne Schmitt (CDU) zulassen will. "Punkt drei der Tagesordnung lautet: Besetzung des Dienstpostens des Stadtbaurates. Weitere Dezernentenwahlen sind an diesem Tag nicht geplant", so Fischer.