Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Celle Ortsteile Mensch und Hund suchen im Französischen Garten Erfrischung
Celle Aus der Stadt Celle Ortsteile Mensch und Hund suchen im Französischen Garten Erfrischung
17:44 26.07.2018
Von Dagny Siebke
Quelle: David Borghoff
Celle-Altstadt

Wie ein Storch schreitet Rolf Fischer durch das fast knietiefe Wasser oder hebt die Knie und schwenkt sie wie ein Fußballer nach außen.
Zweimal zehn Minuten macht der 52-Jährige das. Der Celler wohnt in der Altstadt und hat erst diesen Sommer mit dem Kneippen angefangen. "Seitdem bin ich jeden Tag hier. Wenn man angeschlagen ist, tut es einem gut", erzählt Fischer. Er war 35 Jahre lang als Maurer tätig. Die harte Arbeit beim Tunnelbau in der Schweiz hat bei ihm Spuren hinterlassen. "Ich vertrage keine Hitze mehr. Das Kneippen ist eine Abkühlung für die Nerven", sagt Rolf Fischer. Morgens um 6 Uhr ist das Wasser im Becker noch am kühlsten. "Mitunter trifft man hier morgens 30 Leute auf einmal an. In den Abendstunden treiben hier ab und zu Jugendliche Schabernack."

Wenige Meter weiter im Stadtgraben erfrischt sich Cairn-Terrier-Dame Peppa. Die achtjährige Hündin kläfft fröhlich vor sich hin und scheint damit die Fische erschrecken zu wollen. "In Peppa steckt noch viel Power drin", sagt Gabriele Scharping und lacht. Bis zu anderthalb Stunden führt die Cellerin den kleinen Hund aus und hilft damit einer älteren Dame, die am Italienischen Garten wohnt und mit ihrem Rollator nicht mehr so mobil ist. "Ein Bad im Stadt- oder Schlossgraben ist das Einzige, was man bei der Hitze mit einem Hund machen kann. Weit laufen geht bei den Temperaturen gar nicht", betont Gabriele Scharping. Ihrer Meinung nach ist ein Spielplatz für Hunde im Französischen Garten oder im Schlosspark dringend nötig. "Die Passanten meckern immer, wenn die Hunde einen Haufen machen, Löcher buddeln oder bellen." Auch wenn die Cellerin die Hinterlassenschaften sofort entsorge.

Zumindest für Kinder gibt es auf dem Spielplatz gegenüber vom Schlösschen Platz zum Toben. Auf einer kleinen Rasenfläche im Schatten haben vier Mütter ihre Picknickdecken ausgebreitet, um ihre Jüngsten im Blick zu haben. Sarah Behme erzählt: "Donnerstagvormittag haben wir uns immer mit der Krabbelgruppe in der Familienbildungsstätte getroffen. Jetzt in den Ferien gehen wir einfach um die gleiche Uhrzeit in den Französischen Garten." Die Einjährigen graben sich durch die riesige Sandlandschaft. Ineke Wöhler sagt, dass sie neulich ihren Urlaub an der Ostsee verbracht habe: "Dort gibt es auf den Spielplätzen wesentlich mehr Angebot für kleinere Kinder, zum Beispiel eine Nestschaukel." Hier in Celle können sich die unter Zweijährigen zumindest am Netz hochziehen und "sich freuen, dass sie stehen können." Nach ungefähr zwei Stunden werden die Kinder müde und wollen wieder nach Hause. "Sonst wird es ja auch zu heiß", so die Mütter.

Mitten auf einer der weitläufigen Wieses hat ein Celler sein Fahrrad abgestellt. Seit mehr als einer halben Stunde geht er in Jeans, T-Shirt und Turnschuh bekleidet uralte Bewegungsabläufe durch. Übersetzt heitß Kung Fu so viel wie "etwas durch harte, geduldige Arbeit Erreichtes." Von der CZ lässt sich der Sportler nicht aus der Ruhe bringen.

Auch Edith Mühle-Dedekind ist mit dem Fahrrad unterwegs. Doch gerade macht sie eine Verschnaufpause und genießt von der Bank aus den Blick auf die Fontäne. Von Papenhorst ist die 79-Jährige nach Celle geradelt. Gleich fängt an der Fritzenwiese ihre Gymnastikstunde. Danach schwingt sie sich wieder aufs Rad und fährt zurück nach Papenhorst. "Ich hatte noch nie ein Auto und bin wenn möglich immer zu Fuß gegangen", erwähnt Edith Mühle-Dedekind. "Zur Not habe ich Kinder, die ein Auto haben." Hier im Landkreis Celle gebe es viele schöne Radwege. "Ich bin gerne in der Natur und bewege mich gerne an der frischen Luft." Bei der Hitze schalte sie einfach einen Gang herunter.