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Celle Ortsteile Mindestlohn Gefahr für Schmiede in Celle
Celle Aus der Stadt Celle Ortsteile Mindestlohn Gefahr für Schmiede in Celle
20:21 17.05.2015
    Christoph Brauckmann (links) und Jens Bunne bearbeiten gemeinsam einen Axtkopf bei Schmiedetreffen in Dalle am Wochenende. Quelle: Tore Harmening
Dalle

In einer großen Runde hatten Schmiede aus ganz Norddeutschland am Wochenende ihre Werkstätten in dem kleinen Ort nahe Eschede aufgebaut, um Besuchern ihren Beruf zu zeigen. Vor allem aber waren sie auch gekommen, um sich untereinander auszutauschen.

Ein großes Thema war dabei die Zukunft des Berufes. „Wir arbeiten alle als Hufbeschlagschmiede. Doch durch die Einführung des Mindestlohnes wird es künftig sehr schwierig, genügend Nachwuchs auszubilden“, sagt Janis Neurand, der das Treffen vor seiner Haustür in Dalle organisiert hat. Die Arbeit mit den Pferden ist körperlich anstrengend. Nicht jeder hält das lange aus. Daher ist die Ausbildung von Nachwuchs umso wichtiger.

Neurand betont, dass er ausdrücklich für den Mindestlohn ist, aber „wenn Politiker behaupten, dass alles super läuft, dann stimmt das einfach nicht.“ Wer Hufbeschlagschmied werden möchte, muss eine zweijährige Fortbildung absolvieren, die zum größten Teil Mitarbeit in einem Betrieb ist. Voraussetzung ist eine abgeschlossene Berufsausbildung. „Da es sich um keine Ausbildung handelt, müssen Anfänger gleich mit dem Mindestlohn bezahlt werden“, erklärt Neurand. Da kommen je nach Arbeitszeit zwischen 1600 und 2000 Euro zusammen – plus Sozialversicherung und Co.

Gerade am Anfang ist das laut Neurand schwierig, weil die Anfänger noch ziemlich wenig alleine machen können, aber schon sehr hohe Kosten verursachen. „Ich kenne einige Betriebe, die Anfänger deswegen wieder entlassen mussten“, sagt Neurand.

Dabei ist die Nachfrage nach Hufbeschlagschmieden nach seinen Worten groß. Alle sechs bis neun Wochen muss ein Pferd neu beschlagen werden. Pro Pferd benötige man zwischen 60 und 90 Minuten. Neurands Terminkalender ist meist voll: „In Deutschland gibt es 3000 Hufbeschlagschmiede und geschätzt 1,2 Millionen Pferde.“ Wie das Verhältnis in Zukunft aussehen wird, wenn es so weiter gehen soll, wird sich zeigen.

Das Thema wurde am Wochenende unter den Schmieden intensiv diskutiert. Sie wünschen sich, dass es für die Zeit der Ausbildung eine Staffelung oder ähnliches gibt. Damit sie auch weiter Nachwuchs ausbilden können.

Von Tore Harmening