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Celle Ortsteile Mit 79 noch immer die Nummer Eins am Vibrafon
Celle Aus der Stadt Celle Ortsteile Mit 79 noch immer die Nummer Eins am Vibrafon
15:56 19.04.2013
Er gilt als einer der bedeutendsten Vibrafonisten Europas: Am vergangenen - Donnerstag war Wolfgang Schlüter mit seinem Quartett (im Hintergrund Schlagzeuger - Kai Bussenius) auf Hof Wietfeldt zu Gast – und begeisterte dort das Celler Publikum. Quelle: Gert Neumann
Bennebostel

„Jeder von uns bringt eine besondere Farbe in das Quartett ein, stellt der stark sehbehinderte Schlüter seine Mitspieler vor, die sich bereits als „Hammer Klavier Trio (HKT) einen sehr guten Namen machen konnten und auch auf CD zu hören sind. Besonders im Zusammenspiel mit dem brillanten St. Petersburger Pianisten Boris Natsvetaev, dort wo Piano und Vibrafon sich synchron durch die gleichen Harmonien bewegten, so als würden sie ineinander verschmelzen, wurden Glanzpunkten des Konzertes geboren.

Aber auch Kontrabassist Philipp Steen und Schlagzeuger Kai Bussenius sind außergewöhnliche Qualitäten zuzuschreiben. Zupfend, streichend und streichelnd war Steen zu bestaunen, präzise schlagend, dies zwischen absolutem Feingefühl und fast brutaler Dynamik von Bussenius. Und immer so, dass die Freude der Musiker an ihrer Arbeit deutlich wurde, wie sie Klänge produzierten, die in solcher Perfektion nur selten zu hören sind.

Die eingeschworene Jazz- und Swinggemeinde war zu Recht begeistert von einem Konzert, das im Rahmen der Reihe „Kultur querbeet“ auf Hof Wietfeldt in Bennebostel ausgerichtet wurde und einmal mehr bot, was es versprach. Eigentlich wollte Schlüter Schlagzeuger werden. Doch als er 1952, mit 19 Jahren und noch während seines Studiums, den großen Lionel Hampton in einem Konzert live erleben durfte, entdeckte er sein Interesse an Jazz und das Vibrafon.

Er half später der NDR-Studioband auf die Beine, der er 30 Jahre lang angehörte und mit der er erste Jazzprojekte realisieren konnte. Während all Jene der Vergangenheit angehören, steht Schlüter noch immer auf der Bühne. Der stehende Applaus des Publikums ist noch immer sein ständiger Begleiter.

Von Gert Neumann