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Celle Ortsteile Mit Kulturdenkmälern Touristen locken
Celle Aus der Stadt Celle Ortsteile Mit Kulturdenkmälern Touristen locken
12:31 23.03.2012
Von Oliver Gatz
Dieter Reinebeck an dem aus dem Mittelalter stammenden Ringwall in Burg: Der Altenceller hat Pl‰ne f¸r einen historisch-arch‰ologischen Rundpfad in dem Stadtteil entwickelt. Quelle: Peter M¸ller
Altencelle

Die Kulturdenkmäler in seinem Stadtteil liegen Dieter Reinebeck am Herzen. „In Altencelle liegt der Ursprung Celles“, betont er. Nun hat Reinebeck erste Überlegungen für einen Wanderweg zur Besiedlungsgeschichte Altencelles vorgestellt, der aus zehn historisch oder archäologisch bedeutsamen Stationen besteht. Der Vorsitzende der Fördergemeinschaft Historisches Altencelle ist der Meinung, dass dieser Rundpfad eine Bereicherung für die Stadt wäre und Touristen aus nah und fern anlocken könnte.

Reinebecks Streckenplan sieht folgendermaßen aus: Ausgangspunkt ist das Denkmal an der Alten Dorfstraße. Von dort aus geht es zu den Fundgebieten der mittleren und jüngeren Steinzeit und den Hügelgräbern aus der Bronzezeit nordwestlich des Föscherbergs. Über den aus dem Mittelalter stammenden Ringwall in Burg führt der Pfad weiter zu den Bombentrichtern aus dem Zweiten Weltkrieg in dem Wäldchen in der Nähe des Gewerbegebietes Bruchkampweg. Die kulturinteressierten Wanderer passieren weitere Hügelgräber und gelangen zur mittelalterlichen Wallanlage Nienburg in den Allerwiesen. Dann geht es an der ehemaligen Brunonenburg entlang bis zum archäologischen Erkundungsgebiet „Tsellis“ in der Nähe der Gertrudenkirche.

Der Weg könne von Fußgängern wie auch Radfahrern benutzt werden, erläutert Reinebeck. Er denkt aber auch an geführte Touren in der Kutsche. „Bei fachkundigen Führungen können neben den aufgeführten Zielpunkten, die zum Teil bereits mit Informationstafeln ausgestattet sind, auch noch andere am Weg liegende Besonderheiten angesprochen werden“, sagt er. „Das wären zum Beispiel Veränderungen im Verlauf der Aller, uralte Handelswege, Gedenksteine, alte Höfe, Häuser und Naturdenkmäler.“

Darüber hinaus plant Reinebeck mindestens 20 steinerne Wegweiser - Findlinge mit eingemeißelter Schrift auf Betonpfeilern. Zudem hat der Altenceller die Vision eines Dokumentationszentrums. Er denkt dabei an ein leerstehendes Bauernhaus, in dem Exponate und Texttafeln untergebracht sind.

Was das Ganze kostet, hat Reinebeck noch nicht ermittelt. Die Idee zu seinem Vorhaben entwickelte er im Rahmen seiner Mitarbeit an dem ILE-Projekt. ILE steht für Integrierte Ländliche Entwicklung. Zur ILE-Region Aller-Fuhse-Aue haben sich Gemeinde Uetze, die Samtgemeinden Wathlingen und Flotwedel sowie Altencelle zusammengeschlossen. Ziel ist es, das „Kirchturmdenken“ zugunsten einer gemeinsamen Weiterentwicklung aufzugeben. Für einzelne Projekte stehen Fördermittel von bis zu 75 Prozent in Aussicht.

Ganz im Sinne der ILE-Philosophie denkt Reinebeck schon an den nächsten Schritt - an die Weiterführung des Pfades durch die gesamte Aller-Fuhse-Aue-Region. Mit Blick auf Nienhagen und Hänigsen fallen ihm dabei die Stichworte Erdölförderung und Teerkuhlen ein.

Reinebeck hofft auf auf weitere Tsellis-Ausgrabungen. Die erste fand im Jahr 2008 statt und brachte zahlreiche Funde zu Tage, die nun im Bomann-Museum lagern. Im vergangenen Jahr hatte das niedersächsische Wissenschaftsministerium einen Förderantrag zu weiteren archäologischen Grabungen an der Altenceller Gertrudenkirche abgelehnt. Bei dem Antrag ging es um 193.000 Euro, mit denen vier Jahre lang die versunkene Stadt erforscht werden sollte.