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Celle Ortsteile Mit dem Rad: Celler fahren 5000 Kilometer durch Amerika
Celle Aus der Stadt Celle Ortsteile Mit dem Rad: Celler fahren 5000 Kilometer durch Amerika
12:05 25.04.2018
Fabian Weber (links) und Paul Schmitt am 20.04.2018 mit ihren Fahrrädern am Celler Schloss. Quelle: Oliver Knoblich
Celle

Sportlich vorbereitet haben die beiden sich nicht. „Die Fahrräder haben wir jetzt seit einer Woche. Davor bin ich eigentlich das letzte mal gefahren, als ich noch zur Schule ging“, erzählt Weber lachend. Für großartiges Training sei aber auch gar keine Zeit gewesen. „Die meiste Vorbereitungszeit ging für Lesen und Planen drauf“, so der 27-Jährige.

Die Idee zu der „Once-in-a-Lifetime-Radtour“, wie die beiden sie selbst nennen, entstand vor neun Monaten. „Das war ursprünglich ein Spaß“, erzählt Schmitt. „Aber dann wurde es immer ernster und jetzt geht es tatsächlich bald los.“ Am 30. April wollen die beiden mit ihren Fahrrädern das Flugzeug nach Kanada besteigen. „Ein Fahrrad im Flugzeug mitzunehmen, ist leichter als gedacht“, so Schmitt. „Es gibt diese Fahrradkartons, die kann man sich ganz leicht bei den Fahrradläden besorgen. Da kommen die Räder rein. Und das ist auch gar nicht so teuer.“ Von London nach Fort McMurray würden sie pro Fahrrad nur 16 Euro bezahlen.

„Fort McMurray war vergangenes Jahr groß in den Nachrichten“, erzählt Fabian Weber über ihren Startpunkt. „Da gab es einen großen Brand und sehr viele Leute wurden evakuiert. Wir wurden jetzt von der Feuerwehr dort eingeladen und wollen die auch mal ein bisschen dazu interviewen.“ Generell hätten die beiden schon einige Einladungen bekommen, bei jemandem zu übernachten oder im Garten zu zelten. „Wir wurden bisher von drei Wildfremden auf Instagram angeschrieben, die uns ihre Hilfe angeboten haben“, so Weber. „Das ist unglaublich.“ Außerdem würden die beiden Abenteuerurlauber natürlich versuchen, unterwegs auch ein paar Leute kennen zu lernen. „Wir haben zum Beispiel schon öfter gesehen, dass Leute sich Schilder ans Fahrrad gemacht haben: Friendly Germans. Das wollen wir auch.“

Vom Nirgendwo bis zur Westküste

Die Route von Fort McMurray aus steht fest. Genaue Pläne was sie sehen wollen, haben Weber und Schmitt aber eigentlich nicht. „Der Banff-Nationalpark sieht auf Fotos unglaublich aus“, findet Weber. Den wolle er gerne sehen. „Ansonsten wird es auch einfach sehr abwechslungsreich.“ Vom „Nirgendwo“ mitten in Kanada aus gehe es durch die Rocky Mountains hin zur Westküste. „Da sind auch einige interessante Großstädte dabei“, findet Schmitt. Auf ihrer Tour kämen die beiden unter anderem durch Vancouver, Seattle, San Francisco, Los Angeles und San Diego, bis sie schließlich in Tijuana ankommen. „Der amerikanische Kontinent hat uns beide fasziniert, aber wir waren bisher noch nicht da“, erzählt der 24-Jährige. Da sei die Entscheidung schließlich auf diese Route gefallen. Weitere Faktoren seien die gute Infrastruktur und die gesundheitliche Versorgung gewesen, sowie die englische Sprache. Kennen tun sie auf ihrer Strecke aber niemanden.

Alles so günstigwie möglich

Übernachten wollen die beiden so viel wie möglich im Zelt. „Wir freuen uns ja auch auf diesen Gefühl der Freiheit“, meint Schmitt. „Beim Zelten hat man keine Verpflichtungen und kann machen was man will.“ Außerdem spielten natürlich auch die Kosten eine Rolle. „Wir wollen alles so günstig wie möglich halten. In den Städten werden wir es dann, wenn möglich, mit Couch Surfing probieren.“

Um schon vor Beginn des Trips ein paar Kosten zu sparen, hatten die beiden nach Sponsoren für ihre Abenteuer gesucht. Weber erzählt: „Wir haben bestimmt 100 bis 150 Mails verschickt. Aber die ersten Monate kam nichts zurück, das war demotivierend. Und dann gab es manchmal nur Standardantworten, in denen sogar die falschen Namen standen.“ Schließlich hätten sie von der Firma SKS Germany einige Spenden gekriegt. „Die haben uns zum Beispiel Luftpumpen geschickt. Das war zwar nur etwas Kleines, aber es war die erste positive Antwort. Da haben wir uns natürlich gefreut.“ Die beiden Fahrräder haben die Celler vom Hersteller Gudereit bekommen. „Die dürfen wir nach der Reise sogar behalten“, freuen sie sich.

Die gesamte Tour wollen Weber und Schmitt in den sozialen Medien kommentieren. „Wir haben sogar eine Drohne für Luftaufnahmen dabei“, freut sich Weber. Außerdem sei noch ein Anschluss geplant, mit dessen Hilfe sie ihre Handys am Dynamo des Fahrrads laden könnten. „Dann können wir auch immer auf die Karten gucken und Musik hören.“ Außerdem wollen die beiden Solar Panels für die restliche Technik mitnehmen.

Mittlerweile stehen alle Vorbereitungen. Die Flüge sind gebucht, Visa wurden gewährt, die Fahrräder sind bepackt. „Es wird aber auch Zeit“, findet Weber. „Langsam liegen die Nerven blank.“ Ein besonders spannender Aspekt dieser Reise seien die Tiere in der kanadischen Wildnis. „Je mehr wir darüber gelesen haben, desto mehr Bären waren da“, erzählt Schmitt. „Außerdem gibt es Wölfe und Pumas.“ Als Vorbereitung hätten sie sich daher schon informiert, wie sie ihre duftenden Gepäckstücke – Nahrung, Hygieneartikel und Abfälle gleichermaßen – zu lagern hätten.

"Man muss eseinfach machen"

Eigentlich scheint der Reise also nichts mehr im Wege zu stehen. „Das ist ein bisschen unwirklich“, findet Schmitt. Und Weber stimmt zu: „Sonst machen so etwas immer nur die Anderen. Und jetzt sind das wir.“ Jedem, der darüber nachdenkt, eine ähnliche Tour zu machen, können sie nur raten: „Eigentlich ist dafür nie der richtige Zeitpunkt. Man muss es einfach machen.“

Wer Fabian Weber und Paul Schmitt auf ihrer Reise begleiten will, kann sie bei Instagram unter dem Namen @2luftpumpen finden. Außerdem werden sie ihre Radtour bei Facebook und YouTube dokumentieren. Dort sind sie als "2 Luftpumpen auf 4 Rädern" aktiv.

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