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Celle Ortsteile Mit dem Rad durchs ganze Land
Celle Aus der Stadt Celle Ortsteile Mit dem Rad durchs ganze Land
20:53 08.12.2017
Quelle: Fremdfotos/eingesandt
Eversen

"Ich bin eigentlich nur bei schönem Wetter geradelt“, macht er deutlich, dass er kein fanatischer Radfahrer sei, sondern, wie er es nennt, Schönwetterradler.

„Radfahren begleitet mich aber schon mein ganzes Leben.“ Nur einmal war Friedrich ohne Fahrrad im Dienst: Für ein Jahr unterstützte er die Polizei im Kosovo. „Und das war ohne Fahrrad.“

Seit Beginn des Ruhestandes im Dezember 2012 hat Friedrich mehr Zeit als vorher. Zeit, die er fürs Radfahren nutzt: „Ich bin ein wenig radaffin …“ Aber schon vor Beginn seines Ruhestandes radelte Friedrich viel. Meistens in einer sechs- bis achtköpfigen Gruppe gleichgesinnter Herren aus Eversen: Das Grenzgebiet entlang der Elbe, die Holsteinische Schweiz, der Weserradweg, die Mecklenburgische Seenplatte, das Steinhuder Meer, der Donau-Radweg von Passau nach Wien, eine Alpentour in Österreich entlang der Salzach bis nach Salzburg, die Lüneburger Heide, der Kocher-Neckar-Radweg, die Main-Tour und das Elbsandsteingebirge waren in der Vergangenheit Ziele von Radtouren, die teilweise auch gemeinsam mit den Ehefrauen gefahren worden sind.

„2014 schloss ich mich dem Alpenverein Celle an. Da radelten wir von Celle nach Mallnitz in Österreich, weil die Celler Hütte auf 2240 Metern Höhe dort seit 50 Jahren steht. Sozusagen eine Jubiläumstour.“

Mit seinem Jack-Russell-Terrier Rudi im Korb fuhr Gerd Friedrich ein Jahr zuvor von Eversen nach Füssen im Allgäu. „Das waren zirka 900 Kilometer und wir haben immer im Zelt geschlafen.“ Morgens eine Runde mit dem Hund, danach ging es auf die 70 bis 90 Kilometer langen Tagesetappen. Insgesamt waren Friedrich und Rudi zwölf Tage unterwegs. Für die Rückfahrt nahmen sie die Bahn. „Wir hatten immer schönes Wetter; ich hatte zwar Regensachen dabei, habe sie aber nicht gebraucht.“ Dem Hund hat das sehr gefallen, sagt Friedrich.

Allein Rad zu fahren oder in der Gruppe seien zwei Paar Schuhe, findet Friedrich: „Das ist nur schwer vergleichbar, denn wenn ich allein fahre, entscheide ich selbst, wo, wie lange und wie schnell ich fahre. In der Gruppe entscheiden wir immer gemeinsam, welche Route und welches Tempo gefahren und welche Pausen gemacht werden.“

Natürlich: In der Gruppe erlebt man vieles gemeinsam, kann sich austauschen. Beim Solofahren trifft man aber meistens in der nächsten Unterkunft Menschen, mit denen man reden und sich über Erfahrungen, Schönheiten und mögliche Gefahren austauschen kann.

Im vergangenen Sommer war Gerd Friedrich wieder auf Tour: Er überquerte allein die Alpen auf der Via Claudia Augusta. „Auf den Spuren der alten Römerstraße der Kaiser Augustus und Claudius“, umreißt Friedrich die Strecke, die von Augsburg über Füssen zum 1216 Meter hohen Fernpass und zum Reschenpass (1507 Meter Höhe) und dann an den Gardasee führt. „Das war praktisch eine Vier-Länder-Tour: Deutschland, Österreich, Schweiz und Italien.“

Sein Alurad hat eine 27-Gang-Kettenschaltung. „Das war bei der Alpenüberquerung schon eine große Hilfe“, sagt er ganz bescheiden und unterstreicht, dass auch körperliche Fitness dazugehört. Friedrich hält sich fit und ist viel an der frischen Luft. Gerade kommt er aus dem Ort zurück, denn die Weihnachtsbeleuchtung wurde angebracht, und als Bürgermeister muss er dabei sein.

Das geht dann auch ohne Fahrradnavi, denn hier in Eversen kennt er sich natürlich aus. Das Navigationsgerät sei aber für seine Touren sehr nützlich, betont er, denn auch wenn er sich präzise auf die einzelnen Etappen vorbereitet, kennt das Navi vielleicht doch Wege, die vielversprechend sind. „Darauf möchte ich bei meinen Touren nicht verzichten“, lobt Friedrich das hilfreiche Accessoire.

Im kommenden Jahr sollen vielleicht einmal die Niederlande mit ihrem ausgezeichneten Radwegenetz bereist werden, obwohl Friedrich ein Faible für den süddeutschen Raum hat: „Ich werde mir demnächst mal Gedanken machen.“

Von Lothar H. Bluhm