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Celle Ortsteile Momsen bespaßt "ihm sein Celler Publikum"
Celle Aus der Stadt Celle Ortsteile Momsen bespaßt "ihm sein Celler Publikum"
18:23 09.12.2016
Witzig: Momsen nahm so ziemlich alles aufs Korn, was man an weihnachtlichen Bräuchen und Missgeschicken aus dem eigenen Familienkreis kennt. Quelle: Alex Sorokin
Bennebostel

Aus der Erkenntnis heraus, dass viele Menschen schon im Vorfeld Angst vor dem Weihnachtsstress haben, den der Wunsch nach Besinnlichkeit bei ihnen auslöst, und das Fest zusammen mit der "ganzen buckligen Verwandtschaft" gar nicht lustig finden, greift Momsen hilfreich ein und nennt sein Programm schlicht: "Ihm seine Weihnachtsshow". Was die Besinnlichkeit angeht, war er damit erwartungsgemäß ziemlich fehl am Platze, mit dem Humorfaktor allerdings traf er genau ins Schwarze. "Wir haben ja schon seit kurz nach Ostern Weihnachten," sagt er in Anspielung auf die Schaufensterdekorationen der Geschäfte, "das Leben besteht ja nur noch aus Tannenbaum rein und Tannenbaum raus."

Und so nimmt Momsen in rund zweieinhalb Stunden so ziemlich alles aufs Korn, was man an weihnachtlichen Bräuchen und Missgeschicken aus dem eigenen Familienkreis wiedererkennt und somit zum Lachen gereizt wird. Man ist mit seinen Festtagsproblemen eben nicht ganz allein. Da zieht er die Existenz des Weihnachtsmannes überzeugend in Zweifel, schlägt Wolfgang Thierse als Weihnachtsmannbeauftragten vor und macht sich darüber lustig, dass in manchen Haushalten der Tannenbaum schon mehrere Tage vorher im Wohnzimmer aufgestellt wird, aber erst am Heiligabend gesehen werden darf. "Da sitzen Leute drei Tage vorher auf dem Flur, weil der Weihnachtsbaum da drin ist."

Bei den Gedanken an Krippenspiele schlägt er entsetzt die Hände vors Gesicht und äußert Zweifel am Wahrheitsgehalt der drei Weisen aus dem Morgenland, die in unsicherer Gegend und in stockdunkler Nacht mit purem Gold ohne Securities unterwegs waren. Von Geschenkgutscheinen wie "Bagger fahren in Osnabrück" oder dem originellen "Dinner in the Dark" und der üblichen Völlerei hält er gar nichts. Beim Fondue zu Silvester hat er um halb neun schon so viel Weißbrot gegessen, dass er keinen Hunger mehr hat. Momsen denkt an alles, was mit den Festtagen zusammenhängt. Das ist kurzweilig und unterhaltsam. Nur politisch wird er nicht. Und das ist wohl auch gut so.

Von Hartmut Jakubowsky