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Celle Ortsteile Nach Brand: Celler Flüchtlingsunterkunft komplett geräumt
Celle Aus der Stadt Celle Ortsteile Nach Brand: Celler Flüchtlingsunterkunft komplett geräumt
05:45 20.02.2018
Von Gunther Meinrenken
Quelle: Oliver Knoblich
Celle

Über die genaue Schadenshöhe kann das Neue Rathaus im Augenblick noch keine detaillierten Angaben machen. „Im ersten Obergeschoss ist etwa ein Viertel des gesamten Flurbereiches stark verrußt, in Mitleidenschaft gezogen ist insbesondere auch das zweite Obergeschoss durch die starke Rauchentwicklung. Unbrauchbar sind definitiv fünf Räume", so Meißner. Noch in dieser Woche soll ein Sachverständiger die Immobilie in Augenschein nehmen und die Schadenshöhe ermitteln.

Klar ist: Die Stadt möchte die Unterkunft so schnell wie möglich sanieren. Forderungen der AfD, die Celler Zuwanderungsagentur und die dazugehörige Flüchtlingsunterkunft zu schließen, erteilt man im Neuen Rathaus eine Absage. „Wir haben einen Vertrag mit dem Land. Er wurde am 29. September 2016 geschlossen und läuft noch bis zum 30. September 2019. Er wird um ein Jahr verlängert, wenn er nicht drei Monate vor Ablauf gekündigt wird", erklärte die Stadtsprecherin.

Die AfD hatte das Feuer, das am späten Freitagabend von einem Bewohner gelegt worden war, sogleich versucht, politisch auszuschlachten. Hintergrund: Der Täter, der die Brandstiftung gestanden hat, ist ein 44 Jahre alter Mann aus Montenegro – als einem Land, das als Beitrittskandidat der EU gilt. Von politischer Verfolgung, so die AfD in einer Pressemitteilung, könne in diesem Fall wohl kaum die Rede sein.

Im Neuen Rathaus ist die Problematik bekannt. Die Flüchtlinge würden der Stadt von der Landesaufnahmebehörde (LAB) in Braunschweig zugewiesen. Einen Einfluss auf die Zusammensetzung der Bewohner habe die Zuwanderungsagentur nicht. "Von 195 Personen, die zurzeit bei dort untergebracht sind, stammen unter anderem 101 Menschen aus Montenegro, 24 aus Mazedonien und 34 aus Serbien", so Meißner.

Oberbürgermeister Jörg Nigge: „Für mich ist das ein Zeichen verfehlter Abschiebepolitik des Landes Niedersachsen. Wenn von 195 Anwesenden fast 90 Prozent aus potenziellen EU-Beitrittsländern stammen, weiß ich nicht, wie wir das gegenüber der Bevölkerung erklären sollen. Vielmehr geht das zu Lasten der Solidarität gegenüber den Menschen, die zu uns kommen, weil sie in ihren Heimatländern verfolgt werden, um Leib und Leben fürchten und bei uns zu Recht Schutz und Hilfe suchen.“ Im Fall des Brandstifters habe die LAB der Stadt "bislang unverständlicher Weise keine weiteren Informationen gegeben".

Migräne, Diabetes, Rheuma oder Depressionen – das Leben mit einer chronischen Erkrankung ist nicht immer einfach. Rund 40 Prozent der deutschen Bevölkerung sind von einer andauernden Krankheit betroffen. „Chronische Erkrankungen bedeuten auch eine lebenslange Anpassung an diese Erkrankung – für die Betroffenen, aber häufig auch für ihre Angehörigen“, sagt Pflegewirtin Anke Saß. Als „Hilfe zur Selbsthilfe“ beschreibt die Geschäftsführerin des ambulant-psychiatrischen und psychosozialen Dienstes „Tapp“ ihr neues Kursus-Angebot „Gesund und aktiv leben“.

20.02.2018

Werner Gläser läuft und läuft und läuft und wird abrupt von einem Zaun gestoppt. Gläser ist sehbehindert, vertritt in Celle die Interessen der Blinden. Für die CZ hat er demonstriert, was derzeit passiert, wenn Sehbehinderte mit ihrem Blindenstock am Kreisel Hafenstraße unterwegs sind. Über das taktile Leitsystem am Boden werden sie zum Zebrastreifen geführt. Doch den hat die Stadt jüngst mit Metallzäunen abgesperrt, der Zebrastreifen wurde abgefräst. Gläsers Urteil: "Blinden und sehbehinderten Personen eine sichere Querung über eine stark befahrene, gefährliche Straße zu signalisieren und sie dann gegen einen Zaun laufen und dort stehen zu lassen, ist schlicht behindertenfeindlich und menschenverachtend."

Gunther Meinrenken 20.02.2018

Wessen Grundstück an einer öffentlichen Straße liegt, die grunderneuert werden soll, den können die dann fälligen Straßenausbaubeiträge im schlimmsten Fall in den Ruin treiben. Dies ist ein Grund, warum die Gemeinde Winsen jüngst beschloss, die Investitionen für die Straßensanierungen künftig nicht mehr von den direkten Anliegern einzutreiben, sondern über eine Erhöhung der Grundsteuer B auf alle Bürger umzulegen. Die Stadt möchte allerdings erst einmal abwarten, wie Stadtbaurat Ulrich Kinder in der jüngsten Sitzung des Verkehrsausschusses mitteilte.

Gunther Meinrenken 19.02.2018