Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Celle Ortsteile Nach Räumung am Silbersee in Vorwerk: Camper sauer auf die Stadt
Celle Aus der Stadt Celle Ortsteile Nach Räumung am Silbersee in Vorwerk: Camper sauer auf die Stadt
09:30 23.05.2018
Quelle: Birgit Stephani
Vorwerk

Seit 1994 campen Rosemarie und Frank Kresse am Silbersee in Vorwerk. Vor vier Jahren haben sie sich sogar ein festes Haus auf dem Gelände angeschafft und wohnen dort jetzt dauerhaft. Jedenfalls bis zum vergangenen Freitag. Da musste das Ehepaar, genauso wie alle restlichen Bewohner, das Areal und somit auch ihr Haus innerhalb von drei Stunden verlassen. Seitdem campen sie wie einige andere Bewohner auf dem Parkplatz vor den verschlossenen Toren.

Der Schock sitzt tief, Frank Kresse ist aber auch sehr wütend. Denn keiner der Betroffenen kann nachvollziehen, weshalb sie im Vorfeld nicht informiert worden sind. "Es gibt hier keine Probleme", sagt der Camper. "Die Bäume müssten zurückgeschnitten werden, und dann wären auch die Rettungswege für Feuerwehr und Co. passierbar." Für das Zurückschneiden der Bäume wäre in diesem Fall die Stadt Celle als Betreiber des Platzes zuständig, sagen die Camper.

"Die Stadt möchte das Areal loswerden", ist man sich ganz sicher. Die gesamte Räumung wird als eine Hauruck-Aktion von den Bewohnern bezeichnet. Als Ortsbürgermeisterin Iris Fiss von der bevorstehenden Räumung erfahren habe, sei sie lieber zu einer Beerdigung gegangen, "statt uns zu informieren", kritisieren die Camper. Die ganze Räumung sei nach ihrer Auffassung gezielt zu diesem Zeitpunkt inszeniert worden, denn: "Am Freitag wurde geräumt, dann kam das Wochenende und zudem auch noch Pfingsten. Uns sind die Hände gebunden, und das bis Dienstag", berichtet Kresse.

Manche Camper konnten zu Freunden oder Verwandten ziehen, andere haben ihren Erstwohnsitz nicht auf dem Campingplatz und hatten daher ein Ausweichdomizil. Doch ein Großteil steht jetzt ohne ein Dach über dem Kopf dar. "Wir sind vertrieben worden", wettern die Camper. Die Stadt hingegen versprach, für neue Unterkünfte zu sorgen und schickte die Betroffenen in Sammelunterkünfte, beispielsweise zum Kalandhof, in das ehemalige Flüchtlingslager nach Scheuen oder auch in die Hohe Wende. Auf schnellstem Wege aber gingen einige dorthin zurück, wo sie am liebsten sind: an den Silbersee, in ihre kleine, eigene Welt.

Der Haken an der Sache war nur: Das Gelände dürfen sie nicht mehr betreten. Ein Sicherheitsdienst steht inzwischen am Eingang und kontrolliert, wer auf den Campingplatz möchte. Inzwischen wurde seitens der Stadt das Eingeständnis gemacht, den Bewohnern wenigstens zeitweise Zugang zum Platz zu gewähren. "Wir haben uns hier unsere eigene kleine Welt geschaffen und möchten auch jetzt wenigstens nach dem Rechten sehen können", sagt Kresse. Und Conny Kraska berichtet: "Manche Bewohner haben Tiere, die versorgt werden müssen." Sie ist besonders böse auf die Willkür der Stadt Celle, zückt ihr Handy und zeigt, dass es bereits erste Opfer der Räumung gab. Die Katze einer Bewohnerin liegt tot vor dem Heim dieser. Ob verhungert oder ob der Stress zu groß war, kann sie nicht sagen.

Am Dienstag soll es für die Bewohner eine Informationsveranstaltung geben. Hierbei sollen sie erfahren, wie es weitergeht und ob sie wieder in ihre Parzellen zurück dürfen. – Parallel hat sich die Stadt Celle über die Pfingsttage mehrfach über Facebook geäußert. Mitarbeiter aus dem Rathaus hätten in den Parzellen Ursachen- und Lösungsforschung betrieben. Zudem wird versichert, dass niemand enteignet werde. Myriam Meißner, Pressesprecherin der Stadt Celle widerspricht zudem der Aussage, dass die Ersatz-Unterkünfte in einem unzumutbaren Zustand seien. "Die Räumlichkeiten sind tipptopp in Ordnung", so Meißner. "Wir haben als Stadt für alle Bewohner Unterkünfte bereit gehalten. Und wir haben allen ermöglicht, auch nach der Räumung am Freitag, noch persönliche Sachen und ähnliches vom Gelände zu holen."

Zur Sicherung des Brandschutzes auf dem Gelände reiche es keineswegs aus, lediglich das Grün zurückzuschneiden. "Vielmehr geht es darum, auch die baulichen Anlagen zu überprüfen und dafür wird unsererseits derzeit alles getan – auch über Pfingsten", sagt Meißner.

Von Birgit Stephani

Der Kreativ- & Designmarkt „allerART“ ist der Nachfolger des ehemaligen Kunst- und Handwerkermarktes in Celle und findet am Pfingstwochenende, täglich von 11 bis 18 Uhr, wieder am Celler Schloss statt. Und um das mit allen Besuchern gemeinsam zu feiern, ist der Eintritt sogar frei.

18.05.2018

Am Mittwoch herrschte großer Bahnhof am neu eröffneten AllerCenter in Groß Hehlen. Unsere Tauschreporterin Anke Backhaus, die normalerweise für die Erkelenzer Lokalredaktion der Rheinischen Post schreibt, hat sich in den Trubel hineingewagt und die Kunden nach ihren Eindrücken befragt. Einen Parkplatz zu bekommen, war allerdings sehr schwierig.

03.08.2018

Unser Kinderreporter Clemens Swickis ist Schüler der vierten Klasse. Mit Begeisterung berichtet er von der Celler Kinder-Uni in der CD-Kaserne, die sich "Collegium Cellense" nennt. Heute handelt sein Bericht vom Vortrag eines Hochschullehrers über das Thema Pferd und seine Krankheiten.

17.05.2018