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Celle Aus der Stadt Celle Ortsteile Naturschützer:
17:00 25.05.2011
Von Michael Ende
Zu klein geplant: Ostumgehungs-Brücke bei Bennebostel Quelle: nicht zugewiesen
Bennebostel

Als Vorsitzender der BUND-Kreisgruppe Celle würde der Umweltschützer Otto Boecking am liebsten gar keine neue B3-Ostumgehung an Celles Stadtrand sehen. Wie dort im Rahmen des zweiten Bauabschnitts Brücken in die Landschaft gesetzt wurden, musste der Bennebosteler bereits beobachten. An der, die künftig die Bennebosteler Straße über die neue Bundesstraße führen soll, stört er sich besonders. Auch wenn es zunächst paradox klingen mag: Der Naturfreund hält dieses Straßenbauwerk für zu klein.

Anders als behauptet hätten die Ostumgehungs-Planer nichts aus der zu klein geratenen Brücke am Nienhorster Kükenkamp gelernt, meint Boecking: "Schaut man sich die fertige Brücke gegenüber dem Hof von Andreas Burgtorf an, so fällt einem gleich auf, dass diese schmal konzipiert wurde. Ich habe mir die Abmaße in den Planungsunterlagen angeschaut und komme zu dem folgenden Ergebnis. Die neue Brücke wird eine Fahrbahnbreite von etwa 4,70 Metern zwischen den Leitplanken zukünftig haben. Ein separater, vom Verkehr getrennter Bereich für Fußgänger oder Fahrradfahrer ist nicht vorgesehen. Dort sind lediglich jeweils 0,5 Metern zwischen Leitplanke und Geländer vorgesehen. Man kann jetzt schon prognostizieren, dass der begrenzte Raum zwischen den Leitplanken auf der Brücke zu einer erheblichen Gefahrenstelle für alle Verkehrsteilnehmer und Nutzer der Bennebosteler Straße wird."

haben die Straßenbauer wirklich keine Lehren aus der "Mini-Brücke" bei Nienhorst gezogen? Bernd-Wilhelm Winkelmann, Projektleiter von der Landesbehörde für Straßenbau, schüttelt den Kopf: Mit Bedacht habe man die Bennebosteler Brücke ganz genau so gebaut, wie sie jetzt in de Gegend herumsteht und auf eine Fahrbahn wartet:"Die Planung stellt eine bedarfsgerechte und vertretbare Lösung dar. Die vorhandene Straße hat eine mit Asphalt befestigte Breite von 4 Metern,

dazu kommen beidseitige befahrbare Seitenstreifen von einem bis zwei Metern. Dieses bedeutet, dass ein ungehindeter Begegnungsverkehr auf der asphaltierten Fahrbahn nicht möglich, aber aus Gründen der Verkehrssicherheit auch nicht gewünscht ist." Denn erfahrungsgemäß würde ein ungehindeter Begegnungsverkehr zu deutlich höheren Geschwindigkeiten der Kraftfahrzeuge führen, so Winkelmann: "Dieses bedeutet, dass eine Verkehrsabwicklung nur mit gegenseitiger Rücksichtnahme möglich ist. Mit diesem Hintergrund wurde die Überführung geplant."

Auf der Brücke sei eine Fahrbahnbreite von 5,25 Metern vorhanden, erläutert der Straßenplaner: "Die beidseitigen Kappen' haben bis zum Geländer eine Breite von einem halben Meter und können als Notgehwege genutzt werden. Vor und hinter der Brücke sind Ausweichen von 6 Metern Breite geplant, auf den Rampen selber beträgt die asphaltierte Fahrbahn 5 Meter." So sei bei verminderter Geschwindigkeit ein Begegnungsverkehr großer Fahrzeuge im Bereich der Ausweichen möglich: "Die erforderliche Breite für den Begegnungsfall Schlepper/Pkw ist 4,75 Meter und wird hier mit 5 Metern erfüllt." Diese Maße resultierten daraus, dass man die geplanten Breiten nach der Kükenkamp-Episode "noch einmal überprüft und etwas vergrößert" habe.