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Celle Ortsteile Neue B3 in Westercelle: Lärmgegner machen mobil
Celle Aus der Stadt Celle Ortsteile Neue B3 in Westercelle: Lärmgegner machen mobil
17:29 17.12.2013
Von Michael Ende
Statt eines "Schallschutz-Gitters" hätten die Anlieger am liebsten eine Schallschutzmauer auf der Fuhsebrücke. Quelle: Benjamin Westhoff
Westercelle

Wer gegen Lärm kämpft, darf selbst nicht allzu leise sein oder gar verstummen - auch und gerade dann nicht, wenn diverse Behörden einem bescheinigen, dass bereits alles rechtlich Mögliche zur Lärmreduzierung geschehen sei. „Ein bisschen was geht immer noch“ - das wissen auch die Aktivisten der „Lärmschutzinitiative Ostumgehung 2. Bauabschnitt“. Deshalb wollen sie auch die Celler Politiker in der Ratssitzung, die am Freitag um 15.30 Uhr in der Alten Exerzierhalle beginnt, unüberhörbar auf ihr Problem aufmerksam machen.

Im Verkehrsausschuss hatte man den Antrag von Torsten Schoeps (WG), der Lärmschutzvorkehrungen, die über das gesetzlich festgelegte Mindestmaß hinausgehen und als „Sofortmaßnahme“ auf Teilabschnitten der neuen Straße ein Tempolimit von 50 bis 70 Stundenkilometern gefordert hatte, abgelehnt. Es hieß, dass ein Tempolimit „Nutzen, Sinn und Zweck der neuen Straße konterkarieren“ würde. Doch die „Lärm-Bürger“wollen das nicht einfach so hinnehmen. Sie haben nachgemessen.

Die Initiative hat Testfahrten auf der alten und neuen B3 unternommen und ausprobiert, wie sich Temporeduzierungen auf bis zu 50 Stundenkilometer auf der Ostumgehung auswirken würden. Das Resultat widerspreche der Aussage, dass ein Tempolimit die Ostumgehung zu unattraktiv mache, sagt Initiativen-Sprecher Peter Kuhlmann: „Die Stadt hat behauptet, dass die Umgehungsstraße ohne Tempolimits schnell befahren werden müsse, um die längere Strecke auszugleichen und so für den Umgehungsverkehr attraktiv zu sein.“ Die Messungen hätten jedoch zwei Dinge belegt: „Die Ostumgehung ist nicht länger als der Weg durch die Stadt.“ Auch bei Tempolimits werde auf der neuen Straße immer noch ein Zeitgewinn von vier bis fünf Minuten erreicht, dam man sich auf der Umgehung bis zu zehn Ampelstopps erspare. Ein Tempo-50-Limit auf der neuen Strecke würde höchstens eine Minute Zeit kosten, so Kuhlmann: „Die Frage ist also: sollen mehrere hundert Haushalte mit Lärm belastet werden, um im Idealfall bei Tempo 100 einen Zeitgewinn von etwa 45 Sekunden zu erreichen?“ Diese Fragen werde man auch dem Rat, dem die detaillierten Messergebnisse vorliegen, stellen.

Und noch eine Frage stellen sich die Ostumgehungsanlieger. Kuhlmann: „Dass anstatt einer lärmdämpfenden Wand ein Gitter auf der Fuhsebrücke installiert ist, führt zu Verwunderung. Durch die Höhe der Brücke wird der Schall weit über Westercelle und auch das Altenceller Feld getragen.“ Das Gitter wirke eher noch als Schallverstärker: „Bei Wind macht es zudem Pfeifgeräusche. Ein Schallschutz ist in keiner Weise angebracht worden.“

Michael Ende