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Celle Ortsteile Neue Gerüchte um Hells Angels in Celle
Celle Aus der Stadt Celle Ortsteile Neue Gerüchte um Hells Angels in Celle
07:48 06.02.2014
Von Michael Ende
Quelle: Fabian Bimmer
Celle

Öffentlich sind Mitglieder der als kriminell eingestuften Rocker-Gang Hells Angels in Celle noch gar nicht aufgetreten, doch schon die Vermutung, dass sich die Gruppierung im ehemaligen Einkaufszentrum an der Dasselsbrucher Straße einnisten könnte, treibt manche Celler um. Helga Hochbauer-Rogge ist eine von ihnen. Sie findet es „schön und gut“, dass die Stadt gegen eine Ansiedlung der Hells Angels in Westercelle vorgehen will - „der „eigentliche Skandal“ sei jedoch noch gar nicht angesprochen worden.

Bei der Vermietung des Objekts an der Dasselsbrucher Straße sei ein Vermittler aufgetreten „ohne offensichtlichen Bezug zum Rocker-Milieu“, so Hochbauer-Rogge. Daher habe der Vermieter gar nicht wissen können, wer an dem Objekt interessiert sei: „Und genau an diesen Vermittler hat die Stadt Celle in der jüngeren Vergangenheit bereits ein Baugrundstück in Wietzenbruch verkauft.“ Nachfragen dazu würden bei der Stadt nicht beantwortet, so Hochbauer-Rogge: „Was genau wusste die Stadt im Vorfeld? Seit wann war der Mann angeblicher Sympathisant der Hells Angels und behördlich bekannt? Warum wurden zukünftige potentielle Verkäufer und Vermieter aus der Region Celle nicht gewarnt? Es hätte dem Eigentümer der Räumlichkeiten in Westercelle und vor allem den Anwohnern im Neuen Land durch proaktives Verhalten der zuständigen Behörden einiges an Ärger und Ängsten erspart bleiben können.“

Im Celler Rathaus geht man auf CZ-Nachfrage nur allgemein auf die konkreten Vorwürfe Hochbauer-Rogges ein. Detailauskünfte könne man schon allein deshalb nicht öffentlich machen, da es sich um liegenschaftliche Angelegenheiten handele, so die städtische Pressesprecherin Myriam Meißner.

Nichtsdestotrotz verfolge die Stadtverwaltung nach wie vor die Politik der „Nadelstiche“ gegen die Ausbreitung der Hells Angels im Celler Stadtgebiet. „Wir sind dabei, sämtliche rechtlichen Möglichkeiten zu prüfen und sind nach wie vor für jeden Hinweis dankbar“, betont Oberbürgermeister Dirk-Ulrich Mende. Gleichzeitig mahnt der OB aber, keine Menschen „aufgrund von Gerüchten und vagen Vermutungen zu Unrecht zu verdächtigen“. Diese könnten sich dagegen nicht wehren und geraten so unverschuldet in den Fokus von Ermittlungen.

„Die Celler können sich sicher sein, dass ich in Sachen Hells Angels nicht locker lasse“, unterstreicht Mende. Allerdings sei das ein komplexes Problem, das nicht von heute auf morgen gelöst werden könne. „Wir haben im Verwaltungsvorstand entschieden, dass keine Immobilien in den Verkauf gelangen, die von Rocker-Gruppierungen erworben werden könnten.“ So aktuell geschehen beim Objekt Lönsklause. „Dabei hat sich unsere Sicherheitspartnerschaft mit Polizei und Landkreis bewährt“, so Mende.

Helga Hochbauer-Rogge bleibt indes dabei: „Meine Informationen sind hundertprozentig sicher – dafür stehe ich mit meinem Namen.“ Auch sie verweist auf die Unschuldsvermutung: „Hoffentlich ist die Stadt Celle keinem Irrtum aufgesessen, und es besteht gar keine Verbindung zu den gefürchteten Hells Angels. Am Ende ist es ein ganz normales Vereinsheim.“ Bis zum heutigen Tag sei jedenfalls nicht bekannt geworden, dass die neuen Mieter des ehemaligen Restaurants in Westercelle jüngst gegen Recht und Gesetz verstoßen hätten: „Zumindest ist von der Stadt in der Person von Herrn Mende darüber nichts berichtet worden.“

Michael Ende