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Celle Ortsteile Neue Pläne beim Hochwasserschutz: Erst die Aller, dann die Fuhse
Celle Aus der Stadt Celle Ortsteile Neue Pläne beim Hochwasserschutz: Erst die Aller, dann die Fuhse
18:10 09.08.2017
Von Gunther Meinrenken
BildunterschriftBildunterschrift Quelle: Fremdfotos/eingesandt
Celle

Während die Arbeiten zum Hochwasserschutz auf der Allerinsel kurz vor dem Abschluss stehen, haben sich die Entscheidungsträger im Neuen Rathaus getroffen. "Wir haben verschiedene Varianten diskutiert, wie es weitergehen kann. Dabei war ausschlaggebend, dass es bei Hochwasserlagen Überlagerungseffekte zwischen der Fuhse und der Aller gibt", teilte Stadtbaurat Ulrich Kinder mit.

Konkret bedeutet das: Es bringt nichts, Gebiete vor einem Hochwasser der Fuhse zu schützen, wenn gleichzeitig die Fluten aus Richtung Aller dort hineinströmen würden. "Hochwasserschutz an der Fuhse würde uns relativ wenig bringen", brachte Kinder die Botschaft auf den Punkt. "Außerdem kann man an der Aller mehr Menschen und Gebäude schützen als an der Fuhse", warf der städtische Hochwasserexperte Ernst Kohls ein.

Der Zeitplan sieht demnach wie folgt aus: Wenn die Politik den neuen Planungen zustimmt, werden nach Abschluss der Arbeiten auf der Allerinsel zunächst wie vorgesehen an der Mühlenaller auf einer Länge von 600 Metern Spundwände eingezogen (vom Amtsgericht bis zum Guizettipark), die als Basis von Schutzmauern dienen. Damit wäre auch das Quartier um die Speicherstraße hochwasserfrei. Bauvolumen: etwa 4,7 Millionen Euro. Die Fertigstellung soll bis Ende 2018 erfolgen. Der dritte Bauabschnitt wäre damit abgeschlossen.

Parallel werden die Planungsunterlagen für den Hochwasserschutz vom Allerwehr bis zur Ortsgrenze in Altencelle vorbereitet. Womöglich wird dieser Bereich noch in zwei Abschnitte geteilt, um die Verfahren zu verkürzen. "Wenn alles gut läuft, könnten wir es noch schaffen, nach der Mühlenaller direkt mit dem vierten Bauabschnitt weiter zu machen", so Kohls.

Die Kosten sind mit geschätzten etwa 12 Millionen Euro zwar doppelt so hoch wie an der Fuhse, die Aussicht auf Fördermittel schmälert das allerdings nicht. Celle hat sich bei den Zuschussgebern vom Land mit den bisherigen drei Bauabschnitten einen guten Ruf erarbeitet. "Sie haben auch jetzt wieder gesehen, dass unsere Maßnahmen greifen", so Kohls.

Kern des nächsten Abschnitts sind Schutzmauern an der Fritzenwiese, die Ertüchtigung der Deiche und Abgrabungen. Flutmulden wie etwa im Bereich des Wilhelm-Heinichen-Rings wird es nicht mehr geben. "Die würden hier keinen Sinn machen", erläutert Kohls. Außerdem wäre der Eingriff in Natur und Landschaft zu groß. Insgesamt kalkuliert Kohls mit einer reinen Bauzeit von etwa vier Jahren.