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Celle Ortsteile Neuer Vorstand am Celler AKH im CZ-Interview
Celle Aus der Stadt Celle Ortsteile Neuer Vorstand am Celler AKH im CZ-Interview
18:00 04.05.2018
Von Gunther Meinrenken
Quelle: David Borghoff
Celle

Herr Windmann, Sie waren zuletzt verantwortlich für die acht Johanniter-Krankenhäuser in der Republik. Was hat Sie daran gereizt, sich zu „verkleinern“?

Ich war sieben Jahre lang zuständig für alle Johanniter-Krankenhäuser. In dieser Zeit musste ich sehr viel reisen, um die einzelnen Standorte zu besuchen. Die Tätigkeit war eher politisch geprägt, hatte mit dem operativen Geschäft vor Ort nicht mehr viel zu tun. Ich habe gemerkt, dass ich zu weit weg war von den Menschen, dabei mag ich es eher dichter dran, so wie ich es zum Beispiel kennengelernt habe, als ich zuvor fünf Jahre lang die Johanniter-Klinik in Stendal geleitet habe. Insofern reizt mich die Aufgabe in Celle sehr.

Welches sind Ihre ersten Eindrücke vom AKH?

Sehr positive. Als ich zum Vorstellungsgespräch in Celle war, bin ich durch die Klinik gegangen. Was mir wirklich aufgefallen ist, war, dass ich überall freundlich angesprochen wurde, ob man mir helfen könne. Diese Höflichkeit fand ich beeindruckend, vor allem, wenn man weiß, wie stressig die Arbeit in einem Krankenhaus ist. Ansonsten war das erste Quartal wegen der Grippewelle nicht repräsentativ, die Mitarbeiter waren dadurch sehr gebeutelt, mussten viel improvisieren.

Die Grippewelle ist ein gutes Stichwort. Nach außen machte es schon einen komischen Eindruck, dass so viele Mitarbeiter wegen einer Grippeerkrankung ausgefallen sind. Ich dachte immer, es bestehe eine Art betriebsinterner Impflicht. Schließlich steht das Personal in solchen Situationen permanent in Kontakt mit Erkrankten.

Eine solche Impfpflicht gibt es aus rechtlichen Gründen nicht, sie würde einen Eingriff in die Persönlichkeitsrechte bedeuten. Für uns ist es in der Tat allerdings sehr schwer, einen Überblick darüber zu erhalten, wer geimpft ist und wer nicht, weil viele Mitarbeiter das beim Hausarzt machen und nicht nur bei unserer Betriebsärztin. Das Problem war auch, dass der Impfstoff, der anfangs über die Hausärzte gegeben wurde, gegen das Virus nicht half. Dennoch haben die Ausfälle in der Belegschaft gezeigt, dass wir das Thema angehen müssen. Meine Idee wäre, dass wir zu Beginn der Grippesaison Impfteams über die Stationen schicken, um die Mitarbeiter direkt anzusprechen, sich vor der Influenza zu schützen.

Wie sehen Sie das AKH für die Zukunft aufgestellt?

Wir bieten eine medizinische Maximalversorgung unterhalb von Universitätskliniken an, verfügen über ein sehr gutes Leistungsspektrum, über eine Fachabteilungsstruktur, die ich für zukunftsweisend halte. Dieses gute Niveau müssen wir in den kommenden Jahren stärken und weiter ausbauen und das werden wir auch tun.

Sie sehen also das AKH durch die aktuellen Pläne des Gemeinsamen Bundesausschusses, die Anzahl der Notfallkrankenhäuser in Deutschland um ein Drittel zu reduzieren, nicht bedroht?

Nein, da sehe ich keine Gefahr. Das AKH wird weiterhin auf der höchsten Stufe der Notfallversorgung operieren. Von der ganzen Entwicklung der Konzentrationsprozesse im Krankenhausbereich wird das AKH eher profitieren – wenn wir gut aufpassen. Dazu gehört etwa, dass wir in den kommenden fünf Jahren Investitionen von über 100 Millionen Euro planen, sowohl in Neubauten, Instandhaltung, EDV, als auch in moderne medizinische Geräte.

Investitionen werden zu einem Großteil vom Land bezuschusst, aber das AKH muss auch einen Eigenanteil erwirtschaften. Das fällt vielen Kliniken zunehmend schwerer.

Das AKH hat in den vergangenen Jahren gezeigt, dass nicht nur die Privaten wirtschaftlich arbeiten können und das soll auch in der Zukunft so bleiben. Gleichwohl wird es nicht leichter, Gewinne für Investitionen zu erwirtschaften. Beispiel dafür ist der jüngste Tarifabschluss, der für uns Mehrausgaben in Höhe von über 2 Millionen Euro pro Jahr bedeutet, die nicht gänzlich von den Kostenträgern refinanziert werden. Andererseits gibt es auch in der AKH-Gruppe noch Potenzial, wirtschaftlicher zu agieren, beispielsweise denke ich, dass die Synergien zwischen den Standorten Celle und Peine noch besser genutzt werden können, als es in der Vergangenheit bereits geschehen ist.

Am 1. Mai haben Mitarbeiter des AKH Engpässe in der Pflege öffentlich angesprochen. Wie wollen Sie den Problemen entgegenwirken?

Wir werden das Thema von verschiedenen Seiten angehen. Zum einen bin ich der Überzeugung, dass das AKH in der Lage ist, seinen Bedarf an Fachkräften selbst zu decken. Wir haben eine hervorragende Krankenpflegeschule, deren Kapazitäten noch nicht ausgeschöpft sind. Wir können mehr ausbilden und sollten das auch tun.

Sie wollen also auch im Personalbereich investieren?

Genau. Im Januar hatten wir 438 Vollzeitstellen in der Pflege. Ich bin sicher, dass wir nach derzeitigem Kenntnisstand Ende des Jahres 456 Stellen haben werden. Es kommt aber auch darauf an, das Personal zu entlasten. Krankenschwestern wollen am Patienten arbeiten. Ergänzende Tätigkeiten wie zum Beispiel Essensanreichung oder Bettenorganisation können auch von Mitarbeitern übernommen werden, die nicht über die Qualifikation von Gesundheits- und Krankenpflegern verfügen.

Letztes Thema: Mit dem Umzug der Bereitschaftsdienstpraxis ans AKH waren viele Probleme verbunden. Vielen Patienten dürfte sich der Unterschied zur Notfallaufnahme noch immer nicht erschließen, auch wenn sich die Abläufe mittlerweile etwas besser eingespielt haben.

Für die Patienten ist es in der Tat nicht erkennbar, dass die Notfallaufnahme vom AKH und die Bereitschaftsdienstpraxis von der Kassenärztlichen Vereinigung betrieben wird. Beides wird jetzt mit dem AKH in Verbindung gebracht, weil sich beide Einrichtungen nun einmal bei uns auf dem Gelände befinden. Das ist an sich auch nicht schlimm, aber wir müssen die Patienten besser verteilen. Wir arbeiten derzeit an einer Lösung, um die Notfälle besser zu kanalisieren.

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