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Celle Ortsteile Neues Ausbildungszentrum der Bundeswehr nimmt Fahrt auf
Celle Aus der Stadt Celle Ortsteile Neues Ausbildungszentrum der Bundeswehr nimmt Fahrt auf
19:58 13.10.2017
Von Michael Ende
Jörn Rohmann – hier mit einem Luftlandetruppen-Waffenträger von Typ „Wiesel“ – will das Zukunftspotenzialdes Standortes Celle entwickeln. Quelle: Fremdfotos/eingesandt
Wietzenbruch

Rohmanns Ziel sei es, der Truppe ein maßgeschneidertes „Rundum-sorglos-Paket“ für Ausbildung und Übungen der Luftbeweglichkeit bereit zu stellen: „Dazu sind die nächsten Schritte bereits vorgezeichnet. Beginnend ab 2018 soll die Ausbildungs- und Übungsfähigkeit schrittweise – zunächst bis Kompanieebene – aufwachsen.“ Im Hinblick auf seine Einsatzbereitschaft nehme das Zentrum mit der bundeswehrinternen Abkürzung „AusbÜbZLbwglk“ Fahrt auf: „Die ersten Ausbildungs- und Übungsdurchgänge wurden absolviert und ausgewertet und werden in Hinblick auf Optimierung derzeit umgesetzt.“

Dass, was in Celle trainiert werde, nämlich die Luftbeweglichkeit der Landstreitkräfte, dürfte in Zukunft noch mehr in den Fokus rücken, schätzt der Kommandeur: „Zur Sicherstellung der politischen Handlungsfähigkeit Deutschlands muss die Bundeswehr in der Lage sein, jederzeit Aufgaben in schneller Reaktion in unterschiedlichen Einsatzgebieten wahrnehmen zu können.“

„Haupt-Kunde“ des Celler Zentrums sei die Division Schnelle Kräfte (DSK), so Rohmann. Die DSK sei ein Verband, an dem sich auch Niederländer beteiligten, doch aus der Binationalität könne in Celle Multinationalität werden: „Wir wollen auf europäischer und auch auf NATO-Ebene zum Expertiseträger in unserem Bereich werden. Dass wir jetzt schon im Focus stehen zeigt, dass in der kommenden Woche eine Industrieshow ‚Ausbildung- und Ausbildungsmittel Luftbeweglichkeit‘ in der Celler Congress Union, eine von Militär und Industrie hochrangig besetzte Tagung, ausgerichtet wird.“

Im Rahmen dieses Experten-Treffens wird am Dienstag, 17. Oktober, ab 19 Uhr das Benefizkonzert des Polizeiorchesters Niedersachsen in der Congress Union über die Bühne gehen. Rohmann freut sich ganz besonders auf eine Weltpremiere an diesem Abend: „Der eigens für unser Zentrum komponierte Celler Luftkavalleriemarsch macht uns schon ein bisschen stolz. So etwas hat nicht jeder.“ Der Eintritt zum Konzert ist frei. Um Spenden zugunsten der Aktion „Lachen helfen“ wird gebeten.

Derzeit sind insgesamt rund 800 Soldaten und zivile Mitarbeiter in der Immelmann-Kaserne untergebracht. Rohmann geht davon aus, dass es noch mehr werden: „Das Ausbildungs-und Übungszentrum Luftbeweglichkeit ist der geeignete Nukleus für einen weiteren europäischen und multinationalen Aufwuchs.“ So würden hier im nächsten Jahr bereits auch Truppen einer US-amerikanischen Luftmechanisierten Brigade üben: „Die Richtung stimmt.“

Die enge Verbindung zwischen Militär und dem zivilen Celle zeigt eine gemeinsame Geste von Rohmann und Wietzenbruchs Ortsbürgermeisterin Gerda Kohnert: Gemeinsam enthüllten sie das neue Straßenschild der „Luftbrückenstraße“. So heißt jetzt die ehemalige Kanaltrift. Der neue Name erinnere nicht nur an das historische Ereignis, so Rohmann: „Das Symbol der Brücke trägt den Gedanken des Verbindens in sich. Dies passt auch vor dem Hintergrund der guten Zusammenarbeit zwischen der Garnisonsstadt Celle, dem Ortsteil Wietzenbruch und den stationierten Soldaten.“