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Celle Ortsteile Nigges satirische Vision: Celle als "Kreisel-Kompetenzzentrum"
Celle Aus der Stadt Celle Ortsteile Nigges satirische Vision: Celle als "Kreisel-Kompetenzzentrum"
18:47 16.07.2017
Celle

Die Zuhörer fühlten sich gleichwohl an so manch realen Vorgang der vergangenen Monate erinnert. So löste Nigge lautstarkes Gelächter aus, als er davon sprach, dass der Bundesbauminister umfassende gesetzliche Regelungen zu Kreiseln erlassen habe, wonach diese jetzt neben Fußgängerüberwegen noch Ampeln nachweisen müssten. Zusätzlich seien Kommunen angewiesen, Kreisel als Spielstraßen auszuweisen und Blindenleitsysteme würden durch persönliche Kreisellotsen ergänzt.

Apropos Kreisel: Hier konnte sich die Celler Verwaltung in Nigges Vision als "Kompetenzzentrum mit überregionaler Beachtung etablieren". Bundesweit nehme man sich an Celler Kreiseln ein Beispiel daran, wie man es nicht macht, sagte der Oberbürgermeister. Wohl die meisten im Saal verstanden dies als offene Kritik an den Planungen im Rathaus für den Neumarkt-Kreisel, die in den vergangenen Wochen zum Teil revidiert wurden.

Aber auch die Verfahrensdauer bei Baugenehmigungen ("Sie sind nun bereits nach höchstens vier Jahren zu erteilen"), den Denkmalschutz ("Nach Vorbild von Gunther von Hagens werden denkmalgeschützte Häuser sanierungsunwilliger Bürger mittlerweile plastiniert") oder den Bereich Tourismus ("Die 180 Mitarbeiter der neu gegründeten Agentur entwerfen weiterhin Konzepte für Nachhaltigkeit im Celler Tourismus – Hauptziel ist es, Touristen von der Stadt fernzuhalten, um die Umweltbelastungen nachhaltig zu vermeiden") griff Nigge auf. Er verband dies mit dem Hinweis, dass es sich bei seinen Ausführungen selbstverständlich um Satire handele.

Schließlich widmete sich der OB dem politischen Gegner, aber auch die eigene Partei bekam ihr Fett weg. So sagte Nigge, die SPD diskutiere nach wie vor über die ersten hundert Tage des Oberbürgermeisters und sei noch immer überzeugt, dass der Chef im Rathaus eine absolute Fehlbesetzung ist. "Engagierte Genossen mit roten Schals krabbeln in der Hoffnung auf Leerstände rund um den Großen Plan. Doch es will ihnen einfach nicht gelingen weitere aufzufinden, denn die CDU, findig wie sie ist, hat nach und nach die leerstehenden Geschäfte mit Geschäftsstellen gefüllt, damit ihr OB sein Wahlversprechen als erfüllt titulieren kann", so Nigge unter dem Gelächter der Zuhörer.

Einen kurzen Ausflug in Richtung Politik hatte zuvor auch der Vorsteher der Altstädter Schützengilde, Rainer Legall, unternommen. In seiner Begrüßung appellierte er an die anwesenden Fraktionsvorsitzenden, Klarheit über die Bebauung der Allerinsel zu schaffen. Der aktuell diskutierte Rahmenplan sieht vor, dass die Celler Schützen ihr Fest nicht nur weiterhin hier feiern, sondern sogar noch näher an die Innenstadt heranrücken. Dies sei ein guter Kompromiss, der alle von den Planungen Betroffenen zufriedenstelle, so Legall.

Ehrungen: Traditionell werden beim Fischessen auch besondere Ehrungen vorgenommen. So zeichnete die Altstädter Schützengilde Jürgen Firl für 60 Jahre Mitgliedeschaft mit der goldenen Mitgliedsnadel mit Brillant sowie Heinrich Kielhorn für 50 Jahre Mitgliedschaft mit der kleinen goldenen Mitgliedsnadel mit Brillant aus. Beide erhielten zudem gemeinsam mit Kurt Beyer (60 Jahre Mitglied) aus der Hand des stellvertretenden Vorsitzenden des Kreisschützenverbandes, Edmund Hoffmann, die Ehrennadel des Deutschen Schützenbundes in Gold.