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Celle Ortsteile Noch keine Lösung für Neumarkt-Kreisel
Celle Aus der Stadt Celle Ortsteile Noch keine Lösung für Neumarkt-Kreisel
18:50 06.10.2017
Von Gunther Meinrenken
Quelle: Oliver Knoblich
Celle

Im November nun sollen die Bauarbeiten in der Hehlentorstraße beendet sein. Wie soll es danach weitergehen? Wohin die Reise gehen könnte, deutet Tim Übermuth, Ortsbürgermeister der Altstadt, an. "Erst wenn die Hehlentorstraße wieder befahren werden kann, entfaltet die Absperrung ihre volle Wirkung. Wir sollten die Sperrung noch ein paar Monate lang ausprobieren." Vor ein paar Wochen habe er dies auch dem städtischen Verkehrsplaner Jörg Frohnert vorgeschlagen.

Im Neuen Rathaus hüllt man sich in Schweigen. Man arbeite an einer Lösung, könne die aber erst in Kürze vorstellen, heißt es. Das liegt möglicherweise daran, dass der Rückbau der Fußgängerüberwege die Stadt teuer zu stehen kommen könnte. Denn: Der Kreisel hat 1,9 Millionen Euro gekostet. Davon sind 860.000 Euro als Zuschüsse vom Land geflossen. Auch für den Bau der Überwege. Reißt die Stadt diese wieder ab, drohen Rückzahlungen.

Das bestätigt Christian Haegele, Sprecher des niedersächsischen Verkehrsministeriums, auf Nachfrage der CZ. "Im Falle eines beabsichtigten Rückbaus eines oder mehrerer Fußgängerüberwege müsste die Stadt Celle eine Begründung vorlegen, aus der hervorgeht, warum die Fußgängerüberwege entfallen können und warum dieses nicht bei der Planung erkannt werden konnte und so die Aufwendungen für die Fußgängerüberwege hätten eingespart werden können", sagt Haegele. Auf dieser Grundlage würde dann entschieden, ob und gegebenenfalls in welcher Höhe Fördermittel zurück zu zahlen seien.

Bei den Verkehrsplanern der Stadt dürften also kräftig die Köpfe rauchen. Kein Wunder: Kritiker hatten schon vor dem Bau des Kreisels von einer Fehlplanung gesprochen. So auch Immobilienmakler Sven Raap, Betreiber des angrenzenden Ärztezentrums am Neumarkt. "Wir haben die Stadt darauf hingewiesen, dass das mit den Fußgängerüberwegen nicht funktionieren wird. Die Verkehrsplaner sind ganz entspannt geblieben."

Jetzt fühlt sich Raap bestätigt. "Der Kreisel ist an der falschen Stelle gebaut worden. Zuerst sollte er ja an die Richard-Katzenstein-Straße. Dort hätte das mit den Fußgängerüberwegen besser funktioniert. Aber das OLG wollte den Kreisel nicht. So ist er eins zu eins ein paar Meter weitergeschoben worden", so Raap. Und das mit den bekannten Problemen. "Wenn bei uns der Parkplatz voll ist, kommt es zu Rückstaus in den Kreisel hinein", berichtet Raap, der sich noch gegen ein "kolportiertes Gerücht" wehrt. "Es wird behauptet, der Kreisel hätte nicht größer gebaut werden können, weil wir uns geweigert haben, Teile unseres Grundstücks dafür zur Verfügung zu stellen. Das ist nicht wahr. Die Planung des Kreisels sah schon immer so aus, wie er gebaut wurde."