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Celle Ortsteile Obama-Besuch: Hubschrauber fangen von Wietzenbruch aus Störer ab
Celle Aus der Stadt Celle Ortsteile Obama-Besuch: Hubschrauber fangen von Wietzenbruch aus Störer ab
10:02 26.04.2016
Quelle: Michael Schäfer
Wietzenbruch

Nur Obama und dem Papst wird diese Ehre zuteil. "Höher geht es nicht", betont Hauptkommissar Dierk Redder, der den Einsatz der Luftraumsicherheit von der Kaserne aus koordiniert. Von Freitag bis Montag leisten die Kameraden den 33 Bundespolizisten Amtshilfe. Sie haben fünf Hubschrauber und ein Flächenflugzeug mitgebracht. Vom Flugplatz aus heben jeweils zwei Piloten und ein Beobachter zur Sicherung des Flugraumes ab. "Wenn Obama sich außerhalb eines Gebäudes befand, waren bis zu vier Hubschrauber in der Luft", erklärt Redder. Hannover befinde sich während des Einsatzes unter einer Käseglocke mit einem Radius von 50 Kilometern und einer Höhe von bis zu 3000 Metern.

Die genauen Daten zum gesperrten Flugraum sind auch für alle Hobbypiloten einsehbar. Doch nicht alle bereiten ihren Flug ordentlich vor. "Ein Sportflugzeug ist am Sonntag über Braunschweig in den Sicherheitsbereich eingeflogen", erzählt Redder. Der Pilot war auf dem Weg von Dresden zur Nordsee. In diesem Fall fing ihn sofort ein Hubschrauber ab. Der Helikopter flog vorsichtig von hinten heran, bis er parallel zum Flieger in der Luft stand, und nahm Funkkontakt zum Eindringling auf. "Wir haben den Piloten darum gebeten, den abgesperrten Flugraum schnellstmöglich zu verlassen und begleiteten ihn hinaus", erklärt Redder. Die Verletzung des Luftraumes ist eine Straftat, die mit einer Geldstrafe von bis zu 5000 Euro geahndet werden kann. Mit offizieller Erlaubnis durchquerte eine Handvoll Rettungsflieger am Wochenende die abgesperrte Zone. "Wenn wir sie zweifelsfrei identifiziert hatten", betont Redder.

Zu Obama selbst hielten die Hubschrauber einen Abstand von mindestens 20 Kilometern, "damit wir überhaupt nicht zu hören waren", sagt Redder. Die Helikopter waren trotzdem schnell vor Ort, da sie im Notfall bis zu 300 Kilometer pro Stunde fliegen können. Ansonsten zogen sie langsam ihre Kreise, um Sprit zu sparen und bis zu vier Stunden am Stück in der Luft bleiben zu können. Wäre Gefahr von einem unbekannten Flugobjekt ausgegangen, hätten die Personenschützer Obama sofort in Sicherheit gebracht. Von oben hätte die Helikopterbesatzung nicht eingegriffen. "Wir haben immer nur Signalmunition für den Notfall an Bord", sagt Redder.

Zehn Tage vor dem Großeinsatz benachrichtigte Redder Oberstleutnant Peer Garben über das geplante Vorhaben. Eine Woche vorher sprach er in Wietzenbruch die Details ab. "Das war eine logistische Meisterleistung", betont Garben. Normalerweise dauere es länger. Redder ergänzt: "Ohne die Unterstützung der Bundeswehr wäre der Einsatz nicht durchführbar gewesen." Die Bundespolizei hat in der Nähe keinen Hangar. Der Einsatz dauerte bis gestern um 21 Uhr. 30 Minuten nach dem Start von Obamas Flieger konnten sich die Beamten zurücklehnen. "Dann sind wir davon ausgegangen, dass er nicht noch einmal umkehrt."

Von Dagny Rößler