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Celle Ortsteile Papierkrieg geht weiter
Celle Aus der Stadt Celle Ortsteile Papierkrieg geht weiter
10:17 08.06.2011
Von Michael Ende
Altencelle

ALTENCELLE. Wenn alles so gelaufen wäre wie geplant, würden jetzt Archäologen ihre erste sensationelle Ausgrabungskampagne in der Stadtwüstung Tsellis" nahe der Altenceller Gertrudenkirche fortsetzen. Doch es lief ganz anders - nämlich schief. Dass das Land eine Forschungsförderung abgelehnt hat, hat man im Rathaus jetzt schriftlich. Nun heißt es: Alles noch mal von vorn. Papierkrieg anstatt praktischer Forschung.

Die Stadtverwaltung Celle hatte im April 2010 zu einer "Interessenten-Konferenz" eingeladen, an der Mittelalterarchäologen aus ganz Deutschland teilnahmen. Ziel war es, wissenschaftliche Institutionen für ein archäologisches Forschungsprojekt in Altencelle zu gewinnen, die anschließend selbständig einen Förderantrag stellen. Die Stadtverwaltung hatte hierbei nach eigeneem Verständnis "gewissermaßen als Katalysator und Moderator“ wirken wollen und logistische Unterstützung in Aussicht gestellt.

Nach den Beratungen bildete sich ein Wissenschaftler-Team aus Professor Dr. Karl-Heinz Willroth und Dr. Cornelia Lohwasser von der Universität Göttingen und dem Bezirksarchäologen Jan-Joost Assendorp vom Landesamt für Denkmalpflege, das zusammen am 25. Oktober 2010 beim Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur (MWK) einen Antrag auf Förderung aus dem Programm ProNiedersachsen stellte. Titel des Vorhabens „Stadtwüstung Altencelle: Die mittelalterliche Vorgängerstadt Celles mit Burg und Kirche.“

Nun hat das MWK für den Förderungsantrag einen negativen Bescheid ausgestellt. „Ich kann mich nur aufrichtig bei den Wissenschaftlern für die Antragstellung und überhaupt für das Interesse an Tsellis bedanken“, so Celles Stadtbaurat Matthias Hardinghaus, „bei einer Bewilligungsquote von nur 30 Prozent ist es eben nicht leicht, vorne mit dabei zu sein.“

„Der Stadt Celle liegt das Forschungsvorhaben Tsellis sehr am Herzen“, so Hardinghaus weiter. „Wir sollten nicht locker lassen und würden uns über eine erneute Antragstellung sehr freuen.“ Inwieweit Anpassungen am Forschungsgegenstand vorgenommen werden müssen, liege dabei „in der Hand der Wissenschaft“. Das bestätigt auch Willroth: „Wir prüfen zurzeit, aber bemühen uns natürlich sehr, zum November diesen Jahres einen erneuten Antrag ein zu reichen.“