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Celle Ortsteile Pfarrscheune und Gemeindehaus in Altencelle: Innen und außen verbinden
Celle Aus der Stadt Celle Ortsteile Pfarrscheune und Gemeindehaus in Altencelle: Innen und außen verbinden
18:07 23.06.2016
Altencelle

Wer zur Winterkirche im Gemeindesaal in Altencelle sitzt, hat nicht nur Altartisch und den Pastor im Blick, sondern auch das Wetter und das Dorfleben draußen vor dem Fenster. Denn der Altartisch wird gerahmt vom Tageslicht und auch von oben herab gelangen Sonnenstrahlen ins Gemeindehaus. Innen und außen in Beziehung zu setzen, ist für Pastor Christoph Ricker ein wichtiges Leitmotiv in der Religion: "Man muss die Innerlichkeit, aber auch das Zugehen auf Neues verbinden, um eine Willkommenskultur schaffen zu können."

Mit diesem Gedanken im Kopf hat Ricker mit Architektin Heike Koenig ein Nutzungskonzept für die Sanierung der alten Pfarrscheune und den Neubau des Gemeindehauses erstellt. Durch die strengen Vorgaben des Denkmalschutzes lag ihnen viel daran, Altes und Neues zu betonen. "Wir hatten den Konsens, mutig zu sein", erklärt Koenig. So erinnern die Schiebe-Elemente neben den Fenstern an die großen Tore, die früher auf den Bürgersteig ragten. Doch bei näherem Hinsehen sind die Schiebe-Elemente an der Pfarrscheune vertikal und am Gemeindehaus horizontal gestaltet. Beide Gebäude sind ebenerdig und haben ein Satteldach. Doch das der Pfarrscheune ist mit Ziegel gedeckt und das des Gemeindehauses besteht aus Blech. Von der ähnlichen Formensprache können sich am Sonntag auch Auswärtige ein Bild machen. Zum Tag der Architektur lädt die Architektenkammer ein breites Publikum ein, ausgewählte zeitgenössische Bauwerke in ganz Niedersachsen zu entdecken.

Die Pläne für ein Gemeindehaus gibt es schon seit vielen Jahren, schließlich war der Gemeinderaum an der Kirche zu klein und das "Haus der Begegnung" drei Kilometer entfernt. Ab 2010 ging es dann in die "heiße Phase" der Ideensammlung. "Wir haben mit viel Sachlichkeit und wenig Eitelkeit das Nutzungskonzept für das Gemeindehaus erstellt", sagen Pastor und Architektin. Im Gespräch mit den Kirchenmitgliedern entstand zum Beispiel die Idee, nach hinten hinaus zu den Allerwiesen eine große Terrasse zu bauen, um im Sommer auch draußen sitzen zu können. Am 1. April 2014 war Baubeginn und am 14. Juni 2015 waren die Gebäude fertig. Auf rund 690.000 Euro beliefen sich die Kosten. Die Inneneinrichtung für Gruppenraum, Küche und Saal wurde durch Spenden finanziert. Die Gemeinde hat die neuen Gebäude schon sehr gut zum Seniorenadvent, zum Geburtstagscafé und für die Jugendarbeit angenommen. "Mancher sagt, es sei das schönste Gemeindehaus im Kirchenkreis", erzählt Gertrud Habermann vom Kirchenvorstand.

Pfarrscheune und Gemeindehaus,
An der Gertrudenkirche 13,
Treffpunkt: Parkplatz.
Führungen: am Sonntag,
26. Juni, um 12, 13, 14,
15 und 16 Uhr.
Alle 116 Gebäude an 55 Orten zum Tag der Architektur auf der Internetseite der Architektenkammer unter www.aknds.de.

Von Dagny Rößler