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Celle Ortsteile "Pianist in den Trümmern": Eindrucksvoller Klang mit Botschaft
Celle Aus der Stadt Celle Ortsteile "Pianist in den Trümmern": Eindrucksvoller Klang mit Botschaft
12:08 18.05.2018
Der Palästinenser Aeham Ahmad („Der Klavierspieler von Jarmuk“) verlieh seinen Emotionen in der voll besetzten Neustädter Kirche Ausdruck. Quelle: Oliver Knoblich
Celle-Neuenhäusen

NEUENHÄUSEN. Die Zuhörer, die das Gotteshaus bis zum letzten Sitzplatz ausfüllten, waren nicht nur gekommen, um den Pianisten, der in den Trümmern seiner zerstörten und besetzten Heimatstadt Jarmuck für die eingeschlossenen, Not leidenden und trostbedürftigen Menschen spielte, zu hören. Man war begierig zu erfahren, was er als Palästinenser in Syrien vor und während des Krieges erlebt und erlitten hatte – und Solidarität zu bekunden.

Vielgereist kam der heute mit Familie in Wiesbaden lebende Aeham Ahmad (eben zurück von einer Konzertreise „Music for Peace“ aus Japan) nach Celle, um „sein Talent einzusetzen, Hoffnung zu machen und uns seine Träume von Frieden zu schenken“, wie Pastorin Carola Beuermann eröffnete. Schon die ersten Töne brachten, neben der gelernt und geübten Fingerfertigkeit, ein großes Potenzial von Emotionen zum Klingen.

„Man muss sich auf den fremdartigen Klang – verstärkt noch durch den Gesang – sicher etwas einlassen. Aber die Leidenschaftlichkeit des Empfindens und die Eindringlichkeit der Botschaft in dieser Musik lassen sich ganz deutlich nachempfinden. Über seine Geschichte zu erfahren ist eine wichtige Ergänzung“, so Konzertbesucherin Ortrud Schack.

Dafür sorgten Aeham Ahmads elterliche Mentoren, Mechthild und Hans-Karl Henne. Sie lernten den eben in Deutschland angekommenen Flüchtling in einem Seminar kennengelernt – „die Chemie zwischen uns hat sofort gestimmt“. Seither organisieren und bestreiten sie den Teil von Charity-Konzert-Lesungen mit, die ihm seine Agentur in Deutschland zubilligt.

Auch die Celler Gruppe von Amnesty International unterstützte die Veranstaltung. Die Lesung von Ausschnitten aus der Biografie „und die Vögel werden singen“ wurde – neben Ahmads in Töne gefasste und in Klavier-Fantasien interpretierte Schicksalsgeschichte – zu einem zentralen Element. Diese Vernetzung von leidenschaftlichen Klangbildern und der Schilderung in Lebensabschnitten – der friedvollen Auflehnung durch Musik und Gesang, schließlich der Bedrohung und Flucht, die zwang den Rest der Familie samt blinden Vaters in einer ungeklärten Zukunft zurückzulassen – hat offensichtlich auch das Celler Multikulti-Publikum sehr berührt.

Von Doris Hennies

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