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Celle Ortsteile Planspiel: "Kifferrallye" an der Oberschule Celle I
Celle Aus der Stadt Celle Ortsteile Planspiel: "Kifferrallye" an der Oberschule Celle I
16:53 29.04.2016
Heese

An einem Tag schlüpften die Schüler in die Rolle von Jessika, Luisa, Malik Jonas und Dimitrij. Aufgeteilt in fünf Gruppen erfuhren die Jugendlichen, was ihnen – hineinversetzt in die fiktiven Personen – alles passieren kann.

Die Figur Jonas ist 15 Jahre alt: Jonas ist beim Kiffen auf dem Schulgelände erwischt worden. Er muss sich einem Gespräch mit der Schulleiterin Claudia Huck stellen, zur Jugendgerichtshilfe und zum „Projekt ambulante Betreuung“. „Jonas“ würde sich zukünftig sehr überlegen, „so etwas noch einmal zu tun.“

Auch auf die Gruppe „Jessika“ warten eine Menge Probleme. Das 16-jährige Mädchen ist bei der Schlossbergfete umgekippt. In ihren Sachen wurde etwas Cannabis gefunden und sie wurde in das AKH Celle gebracht. Im Blut konnten Alkohol mit 1,1 Promille und THC nachgewiesen werden. Die Eltern und Jutta Krumbach von der Psychosozialen Beratungsstelle wurden informiert. Auch sie geht zum „Projekt ambulante Betreuung“ und zum Allgemeinen Sozialen Dienst.

Die Schüler Elisa, Lorena, Robin und Justin aus dieser Gruppe haben dabei eine Menge gelernt. „Wenn man den Prozess selbst einmal tatsächlich durchläuft, dann beurteilt und fühlt man ganz anders“, so die Meinung der Jugendlichen. Beeindruckt hat sie die Erkenntnis, dass bereits der einmalige Konsum von Cannabis für die strafrechtliche Verfolgung ausreicht.

„Dimitrij“ ergeht es nicht besser. Der 16-Jährige wurde von der Polizei im Schlosspark beim Dealen erwischt. Nachdem er bei der Polizeibeamtin Doris Adlung war, muss er zum Amtsgericht Celle und zur Jugendgerichtshilfe. Am Ende muss er Sozialstunden leisten.

Die 14-Jährigen schlüpften in die Rolle von Dimitrij. „Wenn man das alles so erlebt, wird einem bewusst, wie schnell man Probleme bekommen kann“, meinte Leon. Sarah war beeindruckt: „Man lernt, wie viele Strafen es gibt und wie schlecht man sich fühlen kann. Das bringt einen schon zum Nachdenken.“ Lehrreich war der Tag für alle Beteiligten. „Wir haben eine Menge gelernt. Und die vielen Folgen, die das Handeln von Jessika, Luisa, Malik, Jonas und Dimitrij hat, wurden uns jetzt erst klar“, war die einhellige Meinung der Schüler.

Von Dagny Rößler