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Celle Ortsteile Protest gegen Waldgebiet in Klein Hehlen nimmt Fahrt auf
Celle Aus der Stadt Celle Ortsteile Protest gegen Waldgebiet in Klein Hehlen nimmt Fahrt auf
18:41 06.10.2017
Von Christian Link
Quelle: Christian Link
Klein Hehlen

KLEIN HEHLEN. "In zwei Wochen wurden mehr als 250 Unterschriften gesammelt. Und das ist erst der Anfang", teilt die Bürgerinitiative aus Klein Hehlen mit.

Die vier Initiatoren aus der Straße "Kaninchengarten" befürchten, dass auf einer Fläche von 25.000 Quadratmetern kein Baum stehen bleibt. "Die Unterzeichner wehren sich gegen die Zerstörung eines Natur-Kleinods mit grünen Weideflächen und einem so versteckt liegenden Altbaumbestand auf dem noch erhaltenen Allerdünenrelief", begründen sie die Petition, die der Stadtverwaltung und dem Rat vorgelegt werden soll. In dem historischen Mischwald, der den Planierraupen der Immobilienfirma Wilharm zum Opfern fallen könnte, haben die Bebauungsgegner allein mehr als 180 Eichen gezählt.

BUND: Wald eignet sich als Schutzgebiet

Rückendeckung bekommen die Aktivisten vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND). "Wir waren zunächst sprachlos, weil wir keinerlei Kenntnis von irgendwelchen Planungen hatten, denen der Wald zum Opfer fallen soll", berichtet der Celler BUND-Kreisgruppenvorsitzende Otto Boecking. Die Naturschützer halten den Kollerschen Wald eigentlich für "unantastbar". Schließlich erfülle das Areal mindestens die Voraussetzungen für ein Landschaftsschutzgebiet – wenn nicht sogar für ein Naturschutzgebiet.

Dass die Stadt einen Aufstellungsbeschluss verfassen will, der den Wald vielleicht zum Baugebiet macht, sei laut Boecking grundsätzlich nicht zu beanstanden. Er kündigt jedoch an, dass seine BUND-Kreisgruppe "den Fortgang der Planung kritisch und konstruktiv begleiten" werde.

Bei den Nachbarn stößt insbesondere das schnelle Vorgehen der Stadtverwaltung auf Misstrauen: Die erste Ortsbegehung habe im Mai stattgefunden. Etwa dreieinhalb Monate später stellte der Investor sein geplantes Projekt schon im Bauausschuss vor. "Die betreiben das jetzt wirklich mit Verve, damit nicht noch einer mit einem Gutachten kommt und sagt: Wir haben hier ein seltenes Tier entdeckt", lautet der Verdacht der Anwohner. Laut CZ-Informationen überlegen die Bebauungsgegner bereits, ob sie eine eigene Naturschutz-Expertise für das Waldgebiet in Auftrag geben.

Inwiefern sich das etwa drei Hektar große Gebiet für die Wohnbebauung eignet, wird allerdings zwangsläufig im weiteren Bebauungsplanverfahren thematisiert. Bevor das Projekt den Kommunalpolitikern zur Abstimmung vorgelegt wird, muss auch eine Umweltprüfung erfolgen, bei der die Auswirkungen einer Wohnbebauung auf die Natur untersucht werden. Dieses Gutachten wird auch öffentlich einsehbar sein.